Das Ranking „Mittelstand 10.000“ des Informationsnetzwerkes Die Deutsche Wirtschaft (DDW) eine abgeschwächte Dynamik bei den führenden deutschen Mittelstandsunternehmen. Wie die neue Quartalsversion des Rankings offenbart, steigerten die Top-10.000-Mittelständler im Jahr 2024 ihren Umsatz um durchschnittlich 3,4 Prozent.
61 Prozent Gewinner und 39 Prozent Verlierer
Die Wachstumsrate liegt damit deutlich unter den Werten der Vorjahre. 2023 betrug das Umsatzwachstum noch 5,2 Prozent, 2022 sogar 14,9 Prozent. Allerdings beeinflussten Pandemie-Nachholeffekte und Inflation den hohen Wert 2022, wie der Herausgeber des Rankings anmerkt.
Die Zahl der Unternehmen mit Umsatzsteigerung sank ebenfalls. 2024 verzeichneten 61 Prozent der gelisteten Firmen ein Umsatzplus, während 39 Prozent Einbußen hinnehmen mussten. Im Vorjahr lag das Verhältnis noch bei 67 Gewinnern zu 33 Prozent Verlierern. 2022 betrug es sogar 88 zu 22 Prozent.
Handelsunternehmen wachsen am stärksten
Besonders auffällig ist die unterschiedliche Entwicklung der Branchen seit 2021. Während Handelsunternehmen im Schnitt um 11,6 Prozent und Dienstleister um 10,5 Prozent wuchsen, legte die Industrie nur um 6,1 Prozent zu. Dies fällt besonders ins Gewicht, da fast die Hälfte (49,4 Prozent) der gelisteten Unternehmen dem industriellen Sektor angehören.
Die Dynamik des Rankings zeigt sich auch in der Fluktuation. 246 Unternehmen nahm der Herausgeber neu in die Liste auf – ein Rekordwert laut Mitteilung. Selbst in den Top-10 gab es Veränderungen. Neu auf Platz 5 steht Piepenbrock Service (Gebäudeservice), das um acht Ränge aufstieg. Christian Bürkert (Mess-Regeltechnik) verbesserte sich um fünf Plätze auf Rang 6.
Insgesamt 39 Indikatoren für das Ranking erfasst
An der Spitze des Rankings steht Pepperl+Fuchs aus der Elektrotechnikbranche, gefolgt von Ziehl-Abegg (Maschinenbau) und Nemetschek (Softwarehersteller). Im Ranking findet sich lediglich ein Unternehmen aus der Lebensmittelwirtschaft: Der Spirituosenhersteller Mast-Jägermeister steht an siebter Stelle, im Vergleich zum vorherigen Ranking ein Verlust von zwei Plätzen.
Insgesamt repräsentieren die Top-10.000 Mittelstandsunternehmen einen Umsatz von 948 Milliarden Euro und beschäftigen weltweit fünf Millionen Menschen, wie der Herausgeber des Rankings mitteilt.
Für das Ranking werden neben den wichtigsten Kenngrößen Umsatz und Mitarbeiterzahl weitere 37 Indikatoren erfasst. Zusammen ergeben diese zu jedem Unternehmen einen Scoringwert, der die Rangfolge bestimmt. Berücksichtigt werden Unternehmen in mehrheitlich privatem deutschem Besitz sowie deren Tochterunternehmen bis zu einem Umsatz von einer Milliarde Euro.
