Die Koelnmesse hat das Geschäftsjahr 2024 mit einem Umsatz von 365,8 Millionen Euro abgeschlossen, was einem Rückgang von 12 Prozent gegenüber dem Jahr 2023 entspricht. Der Jahresüberschuss halbierte sich gar von 42,2 Millionen Euro auf 21,5 Millionen Euro. Die Rahmenbedingungen seien 2024 herausfordernd gewesen, heißt es im Geschäftsbericht: „Besonders die wiederholten Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr – allein vier im ersten Quartal – beeinträchtigten die Anreise und Mobilität der Messebesuchenden und Ausstellenden spürbar.“
Die schwachen Ergebnisse kamen dennoch nicht überraschend, da gerade Geschäftsjahre wie 2024 turnusgemäß schwächer an Veranstaltungen sind. Der Konzernumsatz blieb etwas unter dem im Vorjahr für 2024 prognostizierten Niveau von 369,5 Mio. Euro. Der Ertrag wurde unter anderem durch deutlich steigende Personalkosten belastet.
Für das laufende Jahr peilt das Unternehmen einen Rekordumsatz von rund 450 Millionen Euro an, wie die Koelnmesse mitteilte.
Im vergangenen Jahr verzeichnete der Messeveranstalter weltweit mehr als 2,1 Millionen Besucher aus 197 Ländern sowie über 34.500 ausstellende Unternehmen aus 106 Nationen. Zu den wichtigsten Messen in Köln zählten nach Unternehmensangaben die ISM, Spoga+gafa, Gamescom, Dmexco und Orgatec.
Das Auslandsgeschäft entwickelte sich 2024 dynamisch. Die Koelnmesse etablierte acht neue Veranstaltungen und baute bestehende Messeformate aus. Ein Beispiel dafür ist die Gamescom Latam in São Paulo, die bei ihrer Premiere im Juni 2024 über 100.000 Besucher anzog. Für 2025 plant das Unternehmen insgesamt 82 Veranstaltungen, darunter 39 Messen im Ausland.
Böse warnt vor schwieriger Wirtschaftslage
„Die wirtschaftliche Lage gestaltet sich weiterhin schwierig, und der Mittelstand, der Messeauftritte traditionell als Tor zur Welt nutzt, steht unter großem Druck“, zitierte das Unternehmen Vorstandschef Gerald Böse. Gestiegene Kosten, Bürokratisierung sowie die Handels- und Zollpolitik wirkten sich auf die Investitions- und Konsumlaune aus. Das Unternehmen erwartet deshalb für 2025 ein Ergebnis maximal auf dem Niveau des Jahres 2023.
Mit der neuen Unternehmensstrategie „Level35“ will die Koelnmesse bis 2035 bei Umsatz und Gewinn dauerhaft zu den fünf größten Messegesellschaften mit eigenem Gelände weltweit gehören. Das Unternehmen plant, bis 2030 die Schulden aus der Corona-Zeit abzubauen. Ab 2030 will die Koelnmesse ihre unmittelbar selbst verursachten Emissionen sowie die Emissionen durch eingekaufte Energie auf netto null bringen.
