Der Tabakkonzern Philip Morris sieht sich durch jüngste Erhebungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) darin bestätigt, dass Tabakerhitzer auf Minderjährige nicht attraktiv wirkten und somit entgegen öffentlicher Warnungen mit diesem Produkt keine neue Raucher-Generation geschaffen werde.
30-Tage-Prävalanz seit 2007 deutlich gesunken
Aus der BzgA-Untersuchung geht hervor, dass sich der langjährige Rückgang der Nutzung von brennbaren Tabakprodukten wie Zigaretten und Shisha unter Minderjährigen fortsetzt. Die 30-Tage-Prävalenz, also die mindestens einmalige Nutzung pro Monat, ist seit 2007 deutlich gesunken. Sie beträgt inzwischen 7,4 Prozent für Tabak-Zigaretten und 3,9 Prozent für Wasserpfeife/Shisha.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung untersucht regelmäßig die Nutzung unterschiedlicher Tabak- und Nikotinprodukte unter Minderjährigen (12 bis 17 Jahre) und jungen Erwachsenen (18 bis 25 Jahre). Aufgrund der großen Zahl an 7.001 Befragten gehört diese Umfrage der BZgA zu den verlässlichsten Daten für die untersuchten Altersgruppen in Deutschland. Ende Mai 2024 wurden die Ergebnisse der jüngsten Umfrage aus dem Jahr 2023 veröffentlicht.
Tabakerhitzer nahezu ausschließlich von Erwachsenen genutzt
Die Nutzung von E-Zigaretten und Tabakerhitzern unter Minderjährigen stagniert laut BZgA insgesamt auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Ein genauerer Blick zeigt nach Darstellung von Philip Morris: Die 30-Tage-Prävalenz der Nutzung von nachfüllbaren Mehrweg-E-Zigaretten mit Pod-System (3,9 Prozent) und Einweg-E-Zigaretten (6,7 Prozent) ist über zehn- bis zwanzigmal höher als die von Tabakerhitzern mit 0,3 Prozent.
Dr. Alexander Nussbaum, Head of Scientific & Medical Affairs bei Philip Morris, kommentiert: „Die weiterhin sehr geringe Nutzungsrate von Tabakerhitzern unter Minderjährigen widerlegt die oft geäußerte Befürchtung, diese Produkte würden sich gezielt und mit Erfolg an eine neue Generation von Raucherinnen und Rauchern richten. Vielmehr legen die Daten nahe, dass Tabakerhitzer nahezu ausschließlich von Erwachsenen genutzt werden, das Ziel des Jugendschutzes weitgehend erfüllen und sich die Marktteilnehmer verantwortungsvoll verhalten.“
Schadstoffreduzierte Alternative mit dem Potenzial langfristiger Schadensminderung
Mögliche Faktoren für die im Vergleich zu E-Zigaretten offenbar deutlich niedrigere Attraktivität von Tabakerhitzern unter Minderjährigen sind nach Auffassung von Nussbaum eine eingeschränkte Aromenauswahl, eine verantwortungsvolle Produktpräsentation und wirksame Alterskontrollen. Entscheidend aus Sicht von Nussbaum: „Auf diese Faktoren wirkt nicht nur Regulierung ein, sondern hier spielen auch die selbst gewählten Vermarktungspraktiken der Hersteller wie Philip Morris eine große Rolle.“
Das bedeute: „Auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Regulierung und eine verantwortungsvolle Vermarktung durch Hersteller wirken. Präventionsforschung sollte genau darauf schauen, wo Prävention für Minderjährige nicht funktioniert, aber auch darauf, wo sie heute schon funktioniert.“
Ähnlich wie auch E-Zigaretten und Nikotinbeutel, seien Tabakerhitzer für erwachsene Raucher, die sonst weiterrauchen würden, nach aktuellem Stand der Wissenschaft eine „signifikant schadstoffreduzierte Alternative mit dem Potenzial für eine langfristige Schadensminderung“.
Wissenschaftliche Aufarbeitung muss alle Faktoren berücksichteigen
Nussbaum fasst zusammen: „Die Nutzung verbrennungsfreier Nikotinprodukte bleibt mit vermeidbaren gesundheitlichen Risiken verbunden. Deren Nutzung durch Minderjährige, trotz der gesetzlichen Altersgrenze von 18 Jahren, steht somit zurecht im Fokus der Prävention. Allerdings sollten dadurch nicht die Bedürfnisse von 20 Millionen Erwachsenen ignoriert werden, die zum Teil seit Jahrzehnten Zigaretten rauchen und dadurch besonders gefährdet sind, Folgeerkrankungen zu erleiden.“
Eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Wirksamkeit von Prävention müsse alle Faktoren wie beispielsweise Regulierung und Herstellerpraktiken berücksichtigen und vor dem Hintergrund belastbarer Daten, wie die der BZgA, bewerten.