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Kraft Heinz Muss Milliarden auf Markenwerte abschreiben

Lebensmittel Praxis | 22. Februar 2019
Kraft Heinz: Muss Milliarden auf Markenwerte abschreiben

Bildquelle: Kraft Heinz

Der Nahrungsmittelkonzern Kraft Heinz ist 2018 wegen einer 16 Milliarden US-Dollar hohen Abschreibung auf den Wert vieler Marken tief in die roten Zahlen gerutscht.

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Unter dem Strich stand 2018 ein Minus von 10,3 Milliarden Dollar (9,1 Milliarden Euro) nach einem Gewinn von knapp 11 Milliarden Dollar im Vorjahr, teilte das Unternehmen mitteilte.

Zudem wurde bekannt, dass die US-Börsenaufsicht die Bilanzierungspraxis untersucht. Die Aktie des 2015 fusionierten Unternehmens rauschte nachbörslich um 20 Prozent nach unten. Sollte das Papier auch im regulären Handel so stark sinken, würde der Börsenwert des Unternehmens um knapp 12 Milliarden Dollar sinken.

Der Konzern musste nun vor allem den Wert der Marken Kraft und Oscar Meyer, einem Fleisch- und Wursthersteller, berichtigen. Abschreibungen auf Marken werden dann fällig, wenn der in der Bilanz aufgeführte Wert zum Beispiel wegen eines veränderten Konsumverhaltens nicht mehr so hoch geschätzt wird und deshalb korrigiert werden muss. Diese sogenannten Abschreibungen auf immaterielle Wertgegenstände beliefen sich bei Kraft Heinz im vergangenen Jahr auf knapp 8,7 Milliarden Dollar.


Weitere fast 7,3 Milliarden kamen durch Wertberichtigungen auf den geschätzten Wert von Unternehmenssparten dazu. Hier waren vor allem das Tiefgefrier- und Kühlgeschäft in den Vereinigten Staaten sowie das Geschäft in Kanada betroffen.

Kraft Heinz rechnet im laufenden Geschäftsjahr wegen der höheren Ausgaben für Marketing sowie Investitionen in Innovationen und E-Commerce mit einem weiteren Rückgang des operativen Gewinns. Beim um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kalkuliert der Konzern derzeit mit zwischen 6,3 und 6,5 Milliarden Dollar. 2018 sank der Wert um neun Prozent auf knapp 7,1 Milliarden Dollar.