Heristo-Studie Verbraucher wollen sich gesund ernähren – aber kaum mehr dafür zahlen

Drei Viertel der Deutschen achten stärker auf ihre Ernährung als noch vor einigen Jahren. Doch nur wenige würden für gesündere Lebensmittel deutlich mehr bezahlen, zeigt eine neue Studie des Lebensmittelherstellers Heristo. Besonders auffällig: Das Thema Langlebigkeit interessiert junge Menschen stärker als erwartet.

Dienstag, 08. September 2026, 12:45 Uhr
Theresa Kalmer
Gesund auf dem Teller: Verbraucher achten stärker auf ihre Ernährung. Bildquelle: Getty Images

Die Heristo Aktiengesellschaft aus Bad Rothenfelde hat eine neue Studie zur Bedeutung von Ernährung für Gesundheit und Lebensqualität veröffentlicht. Für die Untersuchung mit dem Titel „Gesundheit auf dem Teller“ ließ der Lebensmittel- und Tierfutterhersteller nach eigenen Angaben im Mai 2026 über das Marktforschungsinstitut Kantar 2.000 Menschen in Deutschland im Alter von 16 bis 69 Jahren befragen. Es handelt sich um die dritte Generationenstudie des Lebensmittelherstellers.

Laut der Mitteilung von Heristo sehen 74 Prozent der Befragten einen großen Einfluss der eigenen Ernährung auf die Gesundheit. 75 Prozent gaben an, heute stärker auf ihre Ernährung zu achten als noch vor einigen Jahren. Gleichzeitig finden den Ergebnissen zufolge nur 45 Prozent es leicht, sich im Alltag gesund zu ernähren. Rund 49 Prozent halten eine proteinreiche Ernährung für wichtig, wobei 66 Prozent proteinreiche Alltagslebensmittel gegenüber zusätzlichen Proteinpräparaten bevorzugen. Als wichtigste Proteinquellen nannten die Befragten Eier, Fleisch und Milchprodukte, gefolgt von Fisch, Nüssen, Samen und Hülsenfrüchten.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Das Thema Langlebigkeit – in der Studie als „Longevity“ bezeichnet – beschäftigt nicht nur ältere Menschen. 86 Prozent der Befragten finden es den Angaben zufolge wichtig, möglichst lange gesund zu leben. 55 Prozent würden entsprechende Produkte kaufen, bei den 16- bis 29-Jährigen liegt das Kaufinteresse sogar bei 60 Prozent. Die Zahlungsbereitschaft für einen gesundheitlichen Zusatznutzen ist allerdings begrenzt: Die meisten Befragten würden höchstens 5 Prozent mehr bezahlen. Aufpreise von 10 Prozent oder mehr akzeptieren deutlich weniger. Als stärkstes Argument für einen höheren Preis gelten natürliche Zutaten. Beim Thema Vertrauen liegen Ärzte und Apotheker mit 53 Prozent an der Spitze der als glaubwürdig eingestuften Informationsquellen. Soziale Medien und Influencer landen mit 14 Prozent am Ende des Rankings. Zwei Drittel der Befragten wünschen sich mehr unabhängige Informationsquellen zu Nahrungsergänzungsmitteln und gesundheitsbezogenen Lebensmitteln.

Studienleiter Leogrande sieht Auftrag an die Lebensmittelbranche

Studienleiter Jörn Leogrande, bei Heristo Bereichsleiter für Unternehmenskommunikation und Innovation, sieht in den Ergebnissen einen Auftrag an die Lebensmittelbranche. „Die Verbraucher sind anspruchsvoll und messen der Ernährung eine wichtige Bedeutung mit Blick auf ihre Gesundheit zu“, zitierte ihn das Unternehmen in der Mitteilung. Tilman Grune, wissenschaftlicher Vorstand des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung und einer der beiden Experten, die die Studie begleiteten, verwies auf die Kluft zwischen dem Stellenwert der Ernährung und dem Informationsstand der Bevölkerung: „Breite Teile der befragten Gruppen sehen sich jedoch nicht ausreichend informiert.“ Für den Ernährungsforscher ist zudem bemerkenswert, dass die Bereitschaft, für gesundheitsfördernde Produkte mehr zu bezahlen, trotz des hohen Stellenwerts des Themas sehr begrenzt bleibt.

Der Spitzenkoch Holger Stromberg, der die Studie ebenfalls begleitete, betonte laut der Mitteilung, dass gesunde Ernährung inzwischen alle Generationen beschäftige: „Früher war gesunde Ernährung oft ein Thema für bestimmte Milieus. Heute beschäftigt es alle Generationen.“ Die Verbraucher würden zunehmend kritischer: „Die Menschen werden kritischer. Sie drehen Packungen um, lesen Zutatenlisten, vergleichen Nährwerte.“

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