Drogenaffinitätsstudie 2025 Jugendliche trinken später und seltener Alkohol

Der Alkoholkonsum unter jungen Menschen in Deutschland sinkt weiter. Jugendliche trinken ihr erstes Glas heute ein Jahr später als noch vor 20 Jahren. Beim Rauschtrinken zeigt sich jedoch ein gespaltenes Bild: Junge Frauen trinken deutlich weniger, bei Männern bleibt der Konsum hoch.

Freitag, 04. September 2026, 11:18 Uhr
Manuel Glasfort
Ein Grund zum Anstoßen findet sich, doch der Alkoholkonsum unter jungen Leuten ist insgesamt rückläufig. Bildquelle: Getty Images

Der Alkoholkonsum unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland sinkt weiter. Das zeigen die Daten der Drogenaffinitätsstudie 2025, die das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) veröffentlicht hat. Besonders auffällig: Beim Rauschtrinken gab es bei jungen Frauen einen deutlichen Rückgang, während es bei Jugendlichen und jungen Männern auf hohem Niveau verharrt.

Im Jahr 2025 hatten 60,7 Prozent der männlichen und 57,0 Prozent der weiblichen Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren zumindest einmal im Leben Alkohol getrunken, wie das Institut mitteilte. Das sind rund ein Drittel weniger als im Jahr 2001, als die Werte noch bei 88,3 Prozent bei männlichen und 85,5 Prozent bei weiblichen Jugendlichen lagen. Auch der aktuelle Konsum geht zurück: Bei den 12- bis 17-Jährigen sank der Anteil derer, die innerhalb der letzten 30 Tage Alkohol konsumiert hatten, von 58,4 Prozent im Jahr 2004 auf 32,9 Prozent im Jahr 2025. Bei den 18- bis 25-Jährigen verringerte sich dieser Wert von 84,4 Prozent auf 69,3 Prozent.

Beim Rauschtrinken zeigt sich ein differenziertes Bild. Den Angaben zufolge praktizierten 2025 knapp 15 Prozent der Jugendlichen in den letzten 30 Tagen vor der Erhebung Rauschtrinken, also den Konsum größerer Mengen Alkohol bei einer Gelegenheit. Bei jungen Männern veränderte sich das Rauschtrinken im zeitlichen Verlauf kaum und lag 2025 bei 45,8 Prozent. Bei jungen Frauen kam es zwischen 2023 und 2025 jedoch zu einem statistisch signifikanten Rückgang auf 26,1 Prozent. Zuvor lagen die Werte mit Ausnahme der Corona-Pandemie immer bei 30 Prozent oder mehr.

Positiv entwickelte sich der wöchentliche Alkoholkonsum: Die Anteile der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die in den vergangenen zwölf Monaten wöchentlich Alkohol konsumiert hatten, lagen 2025 mit 6,8 Prozent bei Jugendlichen und 25,0 Prozent bei jungen Erwachsenen auf einem historischen Tiefstand.

Streeck warnt vor riskantem Rauschtrinken

Das Durchschnittsalter beim ersten Glas Alkohol ist gestiegen. Es erhöhte sich von 14,1 Jahren im Jahr 2004 auf 15,1 Jahre im Jahr 2025, wie das Institut weiter mitteilte. „Die Entwicklung geht in die richtige Richtung. Junge Menschen trinken heute seltener, sie beginnen später mit Alkohol, und der regelmäßige Konsum liegt auf einem historischen Tiefstand“, zitierte das Institut den Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Prof. Dr. Hendrik Streeck, in der Mitteilung. Er warnte jedoch: „Es wäre aber falsch, daraus Entwarnung abzuleiten. Gerade beim Rauschtrinken sehen wir, dass riskanter Alkoholkonsum unter Jugendlichen und jungen Männern weiterhin weit verbreitet ist.“

Für die Drogenaffinitätsstudie 2025 befragte das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit 7.001 junge Menschen im Alter von 12 bis 25 Jahren im Zeitraum April bis Juli 2025. Das Institut untersucht seit 1973 mit wiederholt durchgeführten Repräsentativbefragungen den Substanzkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland. Das Institut ruft zudem zur Teilnahme am „Oktober ohne Alkohol“ auf, um den eigenen Alkoholkonsum zu reflektieren und neue Gewohnheiten auszuprobieren.

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