Verbraucherstimmung Konsumklima bleibt weiterhin schlecht

Die Stimmung der Verbraucher verschlechtert sich leicht. Vor allem niedrigere Einkommenserwartungen und eine höhere Sparneigung belasten das Konsumklima. Die Sparneigung liegt deutlich über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre.

Freitag, 24. Juli 2026, 14:06 Uhr
Manuel Glasfort
Es sind nicht die Zeiten für prall gefüllte Einkaufstüten. Tatsächlich halten die meisten Verbraucher ihr Geld zusammen. Bildquelle: Adobe Stock

Die Verbraucherstimmung in Deutschland verschlechtert sich leicht. Der Indikator für das Konsumklima sinkt gegenüber Juli um 0,3 Punkte auf minus 29,6 Punkte für August, wie das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) mitteilte. Damit verharrt die Stimmung auf niedrigem Niveau. Vor allem niedrigere Einkommenserwartungen und eine höhere Sparneigung belasten den Indikator.

Die Einkommenserwartungen der Verbraucher trüben sich wieder ein. Der Indikator sinkt um 2,3 Punkte auf minus 14,5 Punkte. Die Menschen schätzen ihre finanzielle Lage in den kommenden zwölf Monaten eher pessimistisch ein. Zugleich steigt die Sparneigung um 3,1 Punkte auf 17 Punkte. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre lag die Sparneigung bei etwa minus 24 Punkten. Dies zeigt laut der Mitteilung, dass die Menschen es angesichts der allgemeinen Wirtschaftslage derzeit für ratsam halten, zu sparen.

nim konsumklima juli 2026

Die Anschaffungsneigung nimmt moderat zu. Der Indikator steigt um 3,5 Punkte auf minus 9,9 Punkte. Zwar schätzen die Verbraucher den Zeitpunkt für größere Anschaffungen wieder etwas günstiger ein als im Vormonat, jedoch verbleibt der Indikator auf einem niedrigen Niveau. „Die Verbraucherstimmung bleibt weitestgehend unverändert“, zitierte das Institut Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim Nürnberg Institut für Marktentscheidungen. „Die anhaltende Verunsicherung führt dazu, dass viele Haushalte beim Konsum nach wie vor zurückhaltend bleiben.“

Konjunkturerwartungen verbessern sich zum dritten Mal

Die Konjunkturerwartungen der Verbraucher verbessern sich zum dritten Mal in Folge. Der Indikator steigt um 2,4 Punkte auf minus 6,3 Punkte. Dennoch rechnet die Mehrheit der Verbraucher mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in den kommenden zwölf Monaten. Die Inflationssorgen nehmen wieder etwas zu. Mit dem Auslaufen des Tankrabatts Ende Juni sind die Preise an den Zapfsäulen spürbar gestiegen, was sich in den Preiserwartungen widerspiegelt. Der entsprechende Indikator legt um 0,8 Punkte auf minus 2,1 Punkte zu.

Die Ergebnisse basieren auf rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission vom 2. bis 13. Juli 2026 durchgeführt wurden. Das Konsumklima gilt als vorlaufender Indikator für das Konsumverhalten in Deutschland. Der Einzelhandel macht etwa 35 Prozent der privaten Konsumausgaben aus.

Anzeige

Girocard

Neu: girocard-Zahlung bald auch In-App

Der Handel profitiert von einem neuen digitalen Zahlungskanal für die beliebte Debitkarte – sicher und zu den gewohnt günstigen Konditionen.
Mehr erfahren

Neue Produkte

Weil Branchenbeste mehr erreichen!

Videos vom Supermarkt des Jahres 2026 - Nominierte und Gewinner

Regional-Star 2025 - Die Nominierten