Positionspapier DIHK nennt Kriterien für digitalen Euro

Die Deutsche Industrie und Handelskammer (DIHK) unterstützt die Einführung eines digitalen Euro grundsätzlich. Das hat DIHK-Präsident Peter Adrian (Foto) versichert. Aber es müssten bestimmte Kriterien erfüllt sein. Das geht aus einem neuen Positionspapier hervor.

Montag, 06. Juli 2026, 12:13 Uhr
Thomas Klaus
Klare Position von DIHK-Präsident Peter Adrian: Nachhaltig erfolgreich wird der digitale Euro nur dann sein, wenn bei dessen Einführung wesentliche Voraussetzungen erfüllt werden. Bildquelle: DIHK

Nachhaltig erfolgreich wird der digitale Euro nur dann sein, wenn bei dessen Einführung wesentliche Voraussetzungen erfüllt werden. In einem aktuellen Positionspapier betont die DIHK, dass die neue Digitalwährung nur dann breite Akzeptanz finden werde, wenn sie für Unternehmen und Verbraucher einen konkreten Nutzen bietet. 

EZB soll Nutzen intensiver kommunizieren

„Derzeit sind wir in Europa bei Kartenzahlungen allein auf die Infrastruktur internationaler – überwiegend US-amerikanischer – Anbieter angewiesen. Deshalb ist eine europäische, souveräne Zahlungsinfrastruktur richtig und notwendig“, erklärt DIHK-Präsident Peter Adrian anlässlich des Beschlusses im DIHK-Präsidium. „Echte Souveränität entsteht allerdings nur dann, wenn der digitale Euro auch tatsächlich genutzt wird und wirtschaftlich tragfähig ist. Er sollte für Unternehmen und Verbraucher einen klaren Mehrwert bieten, sonst wird er sich im Alltag nicht durchsetzen.“ Adrian rät der Europäischen Zentralbank (EZB), den Nutzen des digitalen Euro deutlich intensiver zu kommunizieren. Denn vielen potenziellen Nutzern sei bislang unklar,  welche Vorteile die neue Zahlungsform habe. 

DIHK: Digitaler Euro muss nahtlos integrierbar sein 

Für die Akzeptanz bei den Unternehmen sei auch die Kostenfrage wichtig. „Die Einführung und Nutzung des digitalen Euro sollte keine unnötigen zusätzlichen finanziellen oder administrativen Lasten verursachen. Der digitale Euro sollte sich in bestehende Systeme integrieren und praktikabel sein“, so Adrian. Auch bei den Gebühren gelte: „Wenn der digitale Euro teurer ist als bestehende Zahlverfahren, wird er sich im Handel nicht durchsetzen“. Wichtig sei auch die einfache technische Integration. Peter Adrian weist darauf hin, dass sich der digitale Euro nahtlos in bestehende Kassen-, ERP- und Buchhaltungssysteme einfügen müsse. „Nur dann ist eine breite Nutzung realistisch.“  

Digitaler Euro als Ergänzung zum Bargeld, nicht als Ersatz

Entscheidend sei, dass der digitale Euro als Ergänzung zu bestehenden Zahlungsoptionen wahrgenommen wird: „Bargeld muss als gesetzliches Zahlungsmittel erhalten bleiben. Der digitale Euro ist als Ergänzung zum Bargeld gedacht, nicht als Ersatz.“ Private Anbieter anderer Zahlungsoptionen seien weiterhin wichtig für Wettbewerb und Innovation im Zahlungsverkehr, betont der DIHK-Präsident.  

Wichtig ist für Peter Adrian ferner, dass die EZB und Politik mit der Wirtschaft im Austausch bleibt: „Der digitale Euro wird ein lebendes System sein. Deshalb braucht es einen dauerhaften Dialog zwischen Politik, Finanzsektor und Wirtschaft, um ihn entlang der realen Bedürfnisse der Wirtschaft weiterzuentwickeln und technologische Innovationen zu ermöglichen.“ 

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