Warenhauskette Galeria erhält Kredit über 160 Millionen Euro

Die Warenhauskette Galeria erhält eine Kreditlinie von bis zu 160 Millionen Euro. Das Geld stammt von der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers und ist an einen dreijährigen Sanierungsplan gebunden. Weitere Filialschließungen stehen bevor.

Freitag, 26. Juni 2026, 09:11 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Die Warenhauskette Galeria findet bisher nicht aus der Krise. Bildquelle: Adobe Stock

Die Warenhauskette Galeria erhält eine neue Kreditfinanzierung von bis zu 160 Millionen Euro. Das teilte eine Sprecherin des Unternehmens mit. Die Kreditlinie stellt die US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers bereit, abgesichert durch die Ware von Galeria. Es sind zugleich weitere Filialschließungen vorgesehen.

Das Geld ist an einen auf drei Jahre angelegten Sanierungsplan geknüpft. Der Einzelhändler will prüfen, welche Standorte rentabel sind, und mit Vermietern über Mietsenkungen sowie flexiblere Konditionen verhandeln. „Wir durchleuchten das gesamte Filialnetz, denn jedes Haus soll künftig wirtschaftlich tragfähig sein“, sagte Geschäftsführer Tilo Hellenbock. Etwa 30 der derzeit 83 Warenhäuser gelten als Wackelkandidaten und sollen besonders gründlich in den Blick genommen werden. Galeria dürfte in drei Jahren ein deutlich kleineres Filialnetz haben, sagten Beteiligte der Deutschen Presse-Agentur.

Unklar ist, wie viel von dem neuen Geld für Investitionen übrig bleibt. Zunächst soll ein Kredit des Minderheitsgesellschafters Bain Capital abgelöst werden. Dem Vernehmen nach geht es dabei um etwa 80 Millionen Euro. Hinzu kommen noch ausstehende Mietzahlungen. Mehrere Vermieter hatten zuletzt beklagt, dass Mieten von Galeria gar nicht oder nur teilweise gezahlt wurden. Das Unternehmen begründete dies mit Liquiditätsschwankungen. Zudem wird Geld benötigt, um Ware für die Herbst- und Wintersaison zu bestellen.

Galeria meldete dreimal Insolvenz an

Galeria beschäftigt rund 12.000 Menschen. Anfang 2024 hatte der Konzern zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet. Grund dafür war unter anderem die finanzielle Schieflage des Mutterkonzerns Signa. Im Sommer 2024 wurden neun Standorte geschlossen. Seitdem gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz.

Beetz sagte laut der Mitteilung, für Galeria könne es „nach der Kreditzusage zunächst einmal weitergehen, doch die Lage bleibt weiter angespannt“. Die Rahmenbedingungen seien für die Warenhauskette im vergangenen Jahr „besonders ungünstig“ gewesen. „Wir haben jetzt den kurzfristigen Fortbestand gesichert, aber wir wollen auch eine langfristige und belastbare Zukunftsperspektive schaffen“, fügte der Miteigentümer hinzu. Gordon Brothers organisierte vor Jahren den Abverkauf in Kaufhof- und Karstadt-Filialen vor deren Schließung.

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