NIM-Konsumklimaindex Verbraucherstimmung bessert sich minimal

Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich im Juni 2026 leicht verbessert, bleibt aber pessimistisch. Der NIM-Konsumklimaindex stieg um 0,5 Punkte auf minus 29,2 Punkte. Die Sparneigung der Verbraucher liegt im langfristigen Vergleich sehr hoch.

Donnerstag, 25. Juni 2026, 10:23 Uhr
Manuel Glasfort
Die Mehrheit der Verbraucher rechnet zwar weiterhin mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in den kommenden zwölf Monaten, der Pessimismus lässt aber nach. Bildquelle: Adobe Stock

Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich im Juni 2026 leicht verbessert. Der NIM-Konsumklimaindex stieg um 0,5 Punkte auf minus 29,2 Punkte, wie das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen mitteilte. Im Vormonat hatte der Wert bei minus 29,7 Punkten gelegen. Die Konsumlaune bleibt damit auf einem verhaltenen Niveau.

Der moderate Anstieg geht auf eine etwas positivere Einkommenserwartung zurück. Die Einkommenserwartungen der Verbraucher legten um 0,8 Punkte auf minus 12,2 Punkte zu. Die Anschaffungsneigung und die Sparneigung veränderten sich dagegen kaum. „Die Verbraucherstimmung stabilisiert sich derzeit auf niedrigem Niveau“, zitierte das Institut Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim Nürnberg Institut für Marktentscheidungen, in der Mitteilung. „Die Einkommensaussichten erholen sich nur wenig. Die Anschaffungsneigung verharrt im pessimistischen Bereich und auch die Sparneigung geht nicht zurück.“

Die Anschaffungsneigung sank minimal um 0,2 Punkte auf minus 13,4 Punkte. Aus Sicht der Verbraucher ist der Zeitpunkt für größere Anschaffungen damit weiterhin ungünstig. Die Sparneigung blieb unverändert bei 13,9 Punkten. Der seit Anfang des Jahres beobachtbare Rückgang der Sparneigung ist damit zum Stillstand gekommen. Im langfristigen Vergleich liegt der Wert nach Angaben des Instituts sehr hoch.

Institut sieht Entspannung durch Iran-Verhandlungen

Die Konjunkturerwartungen der Verbraucher verbesserten sich im Juni erneut. Der Indikator stieg um 2,5 Punkte auf minus 8,7 Punkte. Die Mehrheit der Verbraucher rechnet zwar weiterhin mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in den kommenden zwölf Monaten, der Pessimismus lässt den Angaben zufolge aber nach. Auch die Preiserwartungen gingen zum zweiten Mal in Folge zurück. Der Indikator fiel um 2,5 Punkte auf minus 2,9 Punkte. Dieser Rückgang dürfte noch auf den Tankrabatt zurückzuführen sein, der zum Ende des Monats ausläuft, teilte das Institut mit.

Die Entwicklung der Indikatoren spiegelt nach Einschätzung des Instituts vor allem die jüngsten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran wider. Die dadurch gestiegenen Erwartungen an eine Entspannung der geopolitischen Lage im Nahen Osten hätten zu einer Beruhigung an den internationalen Energiemärkten beigetragen. „Ein Aufwind in Richtung Vorkriegsniveau zeichnet sich daher noch nicht ab, auch wenn die Friedensverhandlungen und der Rückgang der Rohölpreise die Inflationssorgen der Verbraucher mildern und die Konjunkturerwartungen wieder etwas aufhellen“, zitierte das Institut Bürkl in der Mitteilung.

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