Pierre Nierhaus ist im Gastgewerbe als Berater und Coach sehr bekannt. Nun hat er den Gastro-Trendreport 2026/27 veröffentlicht, der auch für Lebensmittelwirtschaft und Lebensmittelhandel Erkenntnisgewinne bedeuten kann.
REgelmäßiger Besuch aller wichtigen Trendmetropolen
Pierre Nierhaus ist seit rund 30 Jahren mit der Gastronomie verbunden. Unter anderem gehörten ihm Unternehmen mit 400 Mitarbeitern. Nierhaus hat nach eigenen Angaben mehr als 300 Konzepte entwickelt oder unterstützt sowie 200 Neupositionierungen von Betrieben und Organisationen begleitet.
Bereits 1990 gründete Nierhaus sein Beratungsunternehmen. Seit 1995 besucht er regelmäßig alle wichtigen Trendmetropolen und unternimmt bis zu 30 Reisen pro Jahr. Allein je 80 Besuche in New York und London hat er seit dem Jahr 2000 absolviert.
Rückbesinnung auf authentische europäische Küche
Wie Nierhaus in seinem Bericht ausführt, erlebt die Rückbesinnung auf authentische europäische Küche, wie die italienische, spanische und französische, ein Comeback.
Einst luxuriöse Produkte wie Trüffel, Hummer oder hochwertige Cuts würden zunehmend alltaugstauglich - nicht unbedingt im Preis, aber in ihrer Präsenz. Zum Beispiel in Snacks würden sie Teil des regulären Angebotes und für eine breitere Zielgruppe erlebbar, so Nierhaus.
Auffällig sei ebenfalls, dass sich die Pistazie als so genannte Starzutat in Patisserie, Küche und Snackkultur etabliere. Nierhaus stellt fest: „Besonders in Kombination mit umamireichen Aromen gewinnt sie an Tiefe und Vielschichtigkeit.“
Südamerika, Levante und Indien beeinflussen Geschmacksbilder
Nach den Beobachtungen von Pierre Nierhaus bleibt der Trend zu plant-based-Ernährung zwar stabil, aber er werde differenzierter. Viele Konsumenten würden sich wieder bewusst für Flexitarismus entscheiden. Zugleich erwarteten sie jedoch spannende vegetarische und vegane Optionen. Vor allem im Trend liegen hier laut Nierhaus aromatische Zubereitungen, asiatische Einflüsse, fermentierte Elemente und Umami.
Nierhaus ist überzeugt: „Südamerika, Levante und Indien beeinflussen die Geschmacksbilder der kommenden Jahre durch Vielfalt, Lebendigkeit und Gesundheit.“ Botanische Noten, Feuerküche, Streetfood-Raffinesse und Nutzpflanzen mit langer Tradition schafften neue kulinarische Horizonte. Globale Küche bedeutet Pierre Nierhaus zufolge aber auch Verantwortung für Herkunft und Wertschöpfung; sie setze neue Standards in Qualität, Ethik und Story.

