Nachhaltige Ernährung Bio-Fachhandel legt beim Umsatz leicht zu

Der deutsche Bio-Fachhandel hat seine Umsätze von Januar bis Oktober 2025 um 1,9 Prozent gesteigert. Die Kundenzahl wuchs um 2,2 Prozent, der durchschnittliche Warenkorb kletterte auf 21,72 Euro. Während die Hälfte der Betriebe mit Rückgängen kämpft, erzielen die Top 5 Prozent der Läden Wachstumsraten von über 15 Prozent.

Freitag, 19. Dezember 2025, 10:45 Uhr
Theresa Kalmer
Der Bio-Fachhandel zeigt sich 2025 robust, wie aktuelle Zahlen zeigen. Bildquelle: Jonas Werner Hohensee

Der Bio-Fachhandel hat im Jahr 2025 eine stabile Entwicklung gezeigt. Von Januar bis Oktober 2025 lagen die Umsätze um 1,9 Prozent über dem Vorjahresniveau, wie der Bundesverband Naturkost Naturwaren mitteilte. Im Gesamtjahr 2024 hatte der Bio-Fachhandel noch ein Umsatzplus von 4,4 Prozent verzeichnet. Die Entwicklung erfolgt in einem Umfeld mit gedämpftem Konsumklima, hoher Sparneigung der Verbraucher und intensivem Wettbewerb mit dem klassischen Lebensmitteleinzelhandel, Discountern und Drogerien.

Die Zahl der Kunden lag nach Angaben des Verbands im Zeitraum von November 2024 bis Oktober 2025 um 2,2 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Der durchschnittliche Warenkorb stieg um 2,8 Prozent auf 21,72 Euro. Diese Zahlen stammen aus dem Biovista Handelspanel für den Bio-Fachhandel, das 260 ausgewählte Bioläden in Deutschland umfasst und rund 24,4 Millionen Kassenbons pro Jahr auswertet. „Der Bio-Fachhandel zeigt sich 2025 stabil“, zitierte der Verband seine Geschäftsführerin Kathrin Jäckel in der Mitteilung. „Während Bio immer breiter verfügbar ist, schätzen Kunden weiterhin die Qualität, die Regionalität und das differenzierte Sortiment der Bioläden und Bio-Supermärkte.“

Der Handelsmarkenanteil liegt den Angaben zufolge im Bio-Fachhandel bei rund 12 Prozent. Im sonstigen Lebensmittelmarkt erreichte der Handelsmarkenanteil einen historischen Spitzenwert von durchschnittlich 66,8 Prozent. Kunden im Bio-Fachhandel greifen demnach deutlich häufiger zu Markenprodukten als Käufer in anderen Vertriebskanälen. Die reale Umsatzentwicklung liegt inflationsbedingt unter dem nominalen Wachstum, die Nachfrage bleibt laut Verband jedoch stabil.

Branche zeigt starke Unterschiede zwischen Betrieben

Die Umsatzentwicklung verlief im Jahresverlauf unterschiedlich. Die Monate Januar, April und Mai entwickelten sich nach Angaben des Verbands besonders stark mit Zuwächsen zwischen 5,4 und 6,3 Prozent. Die Sommermonate zeigten eine insgesamt stabile Entwicklung, wobei der August mit einem Minus von 1,6 Prozent der schwächste Monat war. Das Umsatzbarometer des Beratungsunternehmens SDServices bestätigt den Trend und weist für den inhabergeführten Fachhandel in den vergangenen zwei Jahren ein nominales Umsatzplus von rund 2 bis 3 Prozent aus.

Innerhalb der Branche zeigen sich deutliche Unterschiede. Etwa die Hälfte der Läden hat mit teilweise starken Rückgängen zu kämpfen, während einige Betriebe auch zweistellige Wachstumsraten erzielen, wie der Verband mitteilte. Die Top 20 Prozent der Fachgeschäfte erreichten ein Wachstum von über zehn Prozent, die Top 5 Prozent sogar über 15 Prozent. Für den Bio-Gesamtmarkt prognostiziert ein Whitepaper der DHBW Heilbronn für 2025 ein Marktvolumen von mehr als 18 Milliarden Euro, was einem deutlichen Wachstum gegenüber dem Vorjahr entspricht.

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