Nord-Georgien

Bildquelle: Google/Airbus
Nord-Georgien
Die Waldregionen um Ambrolauri im Norden Georgiens sind eines der wichtigsten Saatgutgebiete für die Nordmanntanne in Europa. Die aufwendige Zapfenernte ist ein wichtiges Standbein für georgische Bergbewohner.
Zu 1
Wenn Baumschulen in Europa Nordmanntannen für den Weihnachtsverkauf anbauen, stammen viele Samen aus der Waldregion Ambrolauri. Deutschland ist einer der wichtigsten Abnehmer der Samen. Doch das Geschäft mit Weihnachtsbaum-Saatgut stößt auch auf Kritik, vor allem wegen der Bedingungen während der Ernte. Georgische Kletterer steigen die Bäume hinauf und zupfen die Zapfen per Hand von den Baumspitzen. Nicht jeder Arbeitgeber sichert die Arbeiter mit passender Ausrüstung. Einige zertifizierte Saatgutunternehmen machen auf die Missstände aufmerksam und sorgen für sichere Arbeitsbedingungen. Doch es ist kaum nachzuvollziehen, wie viele deutsche Weihnachtsbäume aus zertifiziertem Saatgut gezogen wurden.
Das verstärkt nach Ansicht einiger Beobachter den Preisdruck – und senkt womöglich die Nachfrage: Im vergangenen Jahr ist UN-Daten zufolge die Menge an Tomatenmark, die Europa aus China importiert, zum ersten Mal seit 2017 zurückgegangen. Zudem ist der Weltmarkt offenkundig übersättigt.
Für 2025 konnten die Produzenten deshalb kaum auf gute Preise hoffen, sodass sie weniger pflanzten. Überschwemmungen in der Inneren Mongolei kamen hinzu. In der Folge ebbt der Tomatenmark-Boom in China plötzlich ab: Nach jahrelangen Produktionssteigerungen standen in dieser Saison viele Fabriken still, wie aus Berichten des World Processing Tomato Councils hervorgeht. China hat in diesem Jahr nicht einmal halb so viele Tomaten verarbeitet wie im Vorjahr – eine gute Nachricht etwa für italienische Produzenten.
Ellerbek

Bildquelle: Google/Airbus
Ellerbek
Etwa in Ellerbek im Kreis Pinneberg ziehen die Baumschulen bereits heute Bäume für den Verkauf im Jahr 2035 heran. Fünf Baumschulen kultivieren hier rund 15 Millionen einjährige Jungbäume. 90 Prozent der schleswig-holsteinischen Nordmanntannen stammen aus dem Raum Pinneberg.
Sauerland

Bildquelle: Google/Maxar Technologies
Sauerland
Jeder dritte Weihnachtsbaum stammte 2024 aus Nordrhein-Westfalen. Deutsche Betriebe nutzen rund 30.000 Hektar für den Anbau von Weihnachtsbäumen. Allein im Sauerland bewirtschaften sie etwa 12.500 Hektar. Die Baumschulen dort kaufen einjährige Jungpflanzen zum Beispiel aus Ellerbek, ziehen sie dann rund zehn Jahre lang heran. Der Vergleich der beiden Bilder zeigt: Mancherorts haben sich die Anbauflächen vergrößert.
Zu 2
Während Weihnachtsbäume wachsen, achten Baumschulen auf den Formschnitt der Bäume. Das regelmäßige Reihenmuster der Bäume erlaubt es Arbeitern und Maschinen, zwischen den Streifen hindurchzufahren. Zudem trennen die Baumschulen so die Altersgruppen übersichtlicher. Die heute übliche Nordmanntanne gewann erst in den 1990er-Jahren an Beliebtheit.

Zuvor galt die Rotfichte als beliebtester Baum zur Weihnachtszeit. Jährlich kaufen die Deutschen 23 bis 25 Millionen Weihnachtsbäume. Nur vergleichsweise wenige Bäume stammen aus dem Ausland: Im Jahr 2022 waren es 1,8 Millionen. Vor allem in Städten kaufen Kunden die Bäume häufig an Ständen vor Supermärkten. In diesem Jahr liegt der Preis für Nordmanntannen mit 25 bis 30 Euro pro Meter und 15 bis 19 Euro pro Meter für Blaufichten auf einem Rekordhoch. Gründe dafür sind steigende Produktionskosten, ungünstige Witterungen und fehlender Nachwuchs in den Betrieben.
