Ausbildung in Deutschland Sicherheit des Ausbildungsplatzes wichtiger als alles andere

Für 82 Prozent der jungen Menschen ist Sicherheit der wichtigste Faktor bei der Wahl des Ausbildungsplatzes. Das Ansehen des Arbeitgebers spielt eine relativ gringere Rolle. Das zeigt der „Azubi.Report 2025“. Ihn hat Felix von Zittwiz (Foto) vom Online-Portal Ausbildung.de vorgestellt.  

Donnerstag, 27. November 2025, 10:20 Uhr
Thomas Klaus
Stellte den Report vor: Felix von Zittwitz spricht im Zusammenhang mit den jungen Menschen von heute von einer „Generation der Realisten“. Bildquelle: Online-Portal Ausbildung.de

Das Online-Portal Ausbildung.de hat seinen „Azubi.Report 2025“ veröffentlicht. Dieser Report wird seit 2015 jährlich publiziert. Die Studie zeigt nach Auskunft von Geschäftsführer Felix von Zittwitz, dass Sicherheit für junge Menschen in der Ausbildung zum wichtigsten Faktor geworden ist.

Großteil der Auszubildenden mit Lehre zufrieden

Für 82 Prozent der Befragten war Sicherheit der entscheidende Faktor bei der Wahl des Ausbildungsplatzes. Flexibilität nannten 76 Prozent, Teamwork 72 Prozent. Nur noch ein Drittel aller Auszubildenden achtet auf das Ansehen des Arbeitgebers. Nachhaltigkeit oder Innovationskraft spielen eine noch geringere Rolle.

Die Studie basiert auf einer Befragung von 1.560 Auszubildenden und 353 Schülern in Deutschland. Interviewt wurde zwischen dem 1. August und dem 15. September 2025. Neun von zehn Auszubildenden sind den Angaben zufolge zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrer Lehre. Allerdings sagen nur 40 Prozent, sie hätten ihren Traumjob gefunden.

Technologischer Wandel Chance und keine Bedrohung

Drei von vier Befragten wünschen sich einen sicheren Arbeitsplatz. 70 Prozent nennen Work-Life-Balance als wichtigste Voraussetzung für berufliche Zufriedenheit. 

Gleichzeitig wächst das Vertrauen in Künstliche Intelligenz: 65 Prozent haben im Schulkontext erste Erfahrungen mit KI gesammelt, jeder zweite Auszubildende nutzt sie bereits zur Berufsorientierung. 40 Prozent der Auszubildenden im ersten Lehrjahr gehen davon aus, dass KI künftig eine entscheidende Rolle für ihre weiteren beruflichen Schritte spielen wird. Drei von fünf Auszubildenden erwarten, dass KI ihren Beruf verändern wird. Fachwissen bleibt für 76 Prozent die wichtigste Kompetenz. 

„Junge Menschen wollen Verantwortung übernehmen. Sie sehen den technologischen Wandel nicht als Bedrohung, sondern als Chance, sich weiterzuentwickeln“, sagte Felix von Zittwitz. Unternehmen, die Verlässlichkeit und Entwicklungsperspektiven böten, schafften Vertrauen und erreichten die Generation, die die Zukunft trage. 

Eltern bleiben wichtigste Ratgeber bei der Berufswahl

Fast die Hälfte aller jungen Menschen kennt ihre eigenen Stärken noch nicht. Ebenso viele können sich beim Bewerben keine klare berufliche Zukunft vorstellen. Eltern bleiben mit 22 Prozent die wichtigsten Begleiter in der Berufsorientierung, deutlich vor Social Media mit 11 Prozent. Fast jeder zweite Auszubildende hat seinen Ausbildungsplatz über ein Schülerpraktikum gefunden.

65 Prozent der Unternehmen reagieren inzwischen innerhalb einer Woche auf Bewerbungen. 58 Prozent der Auszubildenden berichten von Ghosting-Erfahrungen, also fehlenden Rückmeldungen von Unternehmen.

69 Prozent der Auszubildenden können sich vorstellen, im Ausbildungsunternehmen zu bleiben – 19 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Doch nur 40 Prozent halten eine Übernahme tatsächlich für wahrscheinlich. Jeder vierte Auszubildende hat bereits über einen Abbruch der Ausbildung nachgedacht – meist aufgrund von Überforderung.

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