Masthuhn-Report 2025 Tierschutz-Ranking lässt Edeka und Netto schlecht aussehen

Die Albert Schweitzer Stiftung hat Händler, Gastronomen und Hersteller anhand ihrer Tierschutz-Zusagen im Bereich Masthühner bewertet. Globus erreicht 77 Prozent, Edeka und Netto hingegen null Prozent. Edeka widerspricht dieser Bewertung jedoch.

Mittwoch, 12. November 2025, 11:57 Uhr
Theresa Kalmer
Mehr Tierwohl in der Geflügelhaltung: Der Masthuhn-Report bewertet die Fortschritte von Handel und Industrie. Bildquelle: Getty Images

Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt hat ein neues Ranking zum Tierschutz in der Lebensmittelwirtschaft veröffentlicht. Der Masthuhn-Report 2025 zeigt nach Angaben der Stiftung, dass viele große Unternehmen weiterhin keine verbindlichen Zusagen für bessere Haltungsbedingungen machen. Die Stiftung bewertete erstmals Lebensmitteleinzelhändler, Systemgastronomen, Hersteller und Produzenten nach einer einheitlichen Methodik.

Globus führt, Edeka kritisiert Methodik

Im Lebensmitteleinzelhandel führt Globus das Ranking mit einem Wert von 77 Prozent an. Der Konkurrent Tegut fällt mit 73 Prozent leicht zurück, weil sich dessen Zusage nach Angaben der Stiftung bislang nur auf Frischfleisch bezieht. Edeka liegt mit 0 Prozent am unteren Ende.

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Edeka erklärte auf Anfrage der Lebensmittel Praxis, man baue das Engagement für mehr Tierwohl in der Geflügelhaltung „seit Jahren kontinuierlich aus“. Anfang Oktober habe der Verbund eigene Ziele und Maßnahmen auf seiner Website veröffentlicht und diese mit der Albert Schweitzer Stiftung abgestimmt. Die Stiftung habe dies öffentlich bestätigt. Edeka kritisiert daher, dass diese Punkte im aktuellen Report nicht berücksichtigt worden seien: „Dies hätte sicherlich zu einer deutlich besseren Bewertung geführt.“

Edeka zweifelt Methodik des Reports an

Grundsätzlich hält Edeka die Methodik des Reports für fragwürdig, da sie sich „nur auf veröffentlichte Informationen, nicht aber auf das faktische Engagement der Unternehmen“ stütze. Nach eigenen Angaben will Edeka ab Ende 2030 nur noch Geflügelfleisch in den Eigenmarken aus den höheren Haltungsformen 3 bis 5 anbieten – abhängig von der Warenverfügbarkeit. Außerdem arbeite das Unternehmen an einer umfassenden Umstellung auf das CO₂-Betäubungsverfahren und beteilige sich an einer Arbeitsgruppe zur Definition langsam wachsender Rassen, so eine Sprecherin.

Aldi Süd führt bei den Discountern

Bei den Discountern führt Aldi Süd mit 70 Prozent vor Aldi Nord mit 63 Prozent und Penny mit 57 Prozent. Lidl erreicht 40 Prozent, hat sich aber nach Ende des Erhebungszeitraums zu den Kriterien der Masthuhn-Initiative bekannt. Netto verweigert laut der Stiftung jegliche Tierschutzziele und landet mit 0 Prozent auf dem letzten Platz. Edeka betonte gegenüber der LP, dass die eigene Stellungnahme auch für das Tochterunternehmen Netto Marken-Discount gelte.

Dr. Oetker setzt sich an die Spitze der Hersteller

Bei den Lebensmittelherstellern führt Dr. Oetker mit 93 Prozent das Ranking an. Frosta folgt mit 70 Prozent. Eismann liegt wie im Vorjahr bei 0 Prozent. Unilever strich kurz vor der Veröffentlichung des Reports sein Bekenntnis von der Unternehmenswebseite, wie die Stiftung mitteilte. Bei den Produzenten führen Plukon mit 87 Prozent, PHW/Lohmann mit 77 Prozent und LDC mit 77 Prozent. Rothkötter und Sprehe verweigern sich dem Fortschritt laut Report vollständig und liegen bei 0 Prozent, obwohl sie zu den größten Geflügelproduzenten Deutschlands zählen.

Mehr als 100 Unternehmen Mitglieder der Masthuhn-Initiative

Die Stiftung analysierte für den Report unternehmensweite Zusagen, veröffentlichte Roadmaps, Fortschrittsberichte sowie dokumentierte Umstellungsmaßnahmen. Der Fortschritt jedes Unternehmens wird auf einer Skala von 0 bis 100 Prozent sichtbar gemacht.

Über 110 Unternehmen in Deutschland haben sich der Masthuhn-Initiative angeschlossen, die von der Albert Schweitzer Stiftung mit anderen europäischen Tierschutzorganisationen ins Leben gerufen wurde. Die Initiative fordert unter anderem mehr Platz, Licht und Abwechslung in den Ställen sowie eine zuverlässigere Betäubung vor der Schlachtung. In Deutschland werden jedes Jahr mehr als 600 Millionen Hühner gemästet und getötet, wie die Stiftung mitteilte.

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