Auch im digitalen Zeitalter behalten Print-Prospekte ihren festen Platz im Marketing-Mix des Handels. Wie die aktuelle zweite Erhebungswelle des „Prospektmonitors 2025“ von IFH Media Analytics zeigt, greifen 93 Prozent der Verbraucher zumindest gelegentlich zu gedruckten Werbemitteln.
Die Studie basiert auf einer Onlinebefragung von 1.000 Prospektlesern, die im Sommer 2025 ihre Bewertungen zu 28 Prospekten aus fünf Handelsbranchen abgaben: Lebensmitteleinzelhandel, Drogeriemärkte, Baumärkte, Elektrofachhandel und Möbelhäuser.
8,4 von 10 Punkten für LEH-Prospekte
Die Ergebnisse zeichnen ein insgesamt positives Bild: Besonders gut schneiden Prospekte aus dem Lebensmitteleinzelhandel ab – mit durchschnittlich 8,4 von 10 Punkten. Drogeriemärkte folgen dicht dahinter mit 8,3 Punkten. Am unteren Ende der Skala rangieren Möbelhaus-Prospekte mit 7,8 Punkten. In der Top 10 der beliebtesten Werbemittel dominieren Aldi und Lidl mit jeweils 8,8 Punkten, gefolgt von Hornbach (8,6), Rossmann (8,5) und Edeka (8,5).
Was einen guten Prospekt ausmacht
Ausschlaggebend für eine hohe Bewertung sind vor allem die optische Gestaltung, klare Strukturen und ein übersichtliches Layout. Auch Rabatte und eine attraktive Produktauswahl spielen eine zentrale Rolle. Je nach Branche variieren jedoch die Schwerpunkte: Während im Lebensmitteleinzelhandel sogenannte Themenwelten – also thematisch gebündelte Produktpräsentationen – besonders geschätzt werden, legen Konsumenten bei Drogerieprospekten Wert auf eine strukturierte Darstellung der breiten Produktpalette.
„Gedruckte Prospekte sind nach wie vor ein starkes Kommunikationsinstrument – vorausgesetzt, sie sind klar strukturiert, visuell ansprechend und auf die Erwartungen der Zielgruppe abgestimmt“, betont Andreas Riekötter, Geschäftsführer von IFH Media Analytics. Händler sollten Prospekte nicht nur als Angebotsmedium begreifen, sondern auch als Ausdruck ihrer Markenidentität und Vertrauenswürdigkeit.
Luft nach oben bei Produktneuheiten und digitalen Verknüpfungen
Trotz der insgesamt positiven Resonanz zeigt die Studie auch Optimierungspotenziale auf. So werden Produktneuheiten und kombinierte Darstellungen bislang nur unzureichend umgesetzt – obwohl sie für die Konsumentenwahrnehmung eine hohe Relevanz besitzen.
Die konkreten Verbesserungsansätze unterscheiden sich je nach Branche: Im Elektrofachhandel etwa sind detaillierte Produktinformationen gefragt, um komplexe Artikel verständlich zu präsentieren und sich von asiatischen Online-Plattformen abzugrenzen. Möbelhändler hingegen könnten durch stärkere digitale Verknüpfungen – etwa via VR-Technologie – zusätzliche Impulse setzen.

