Die hohen Lebenshaltungskosten in Deutschland erschweren vielen Menschen das Sparen. Mehr als die Hälfte der Sparer (55,8 Prozent) gibt an, wegen der gestiegenen Kosten keine ausreichenden Rücklagen bilden zu können, wie aus einer repräsentativen Yougov-Umfrage für die Postbank hervorgeht.
Zwar legen vier von fünf der 2.004 Befragten nach eigenen Angaben regelmäßig Geld zurück. Fast zwei Drittel (62,8 Prozent) der Sparer halten ihre Sparleistung allerdings nicht für ausreichend, um finanzielle Engpässe zu überbrücken oder fürs Alter vorzusorgen. Die Umfrage wurde im September 2025 durchgeführt.
Die Sparbeträge fallen bei vielen Menschen gering aus. Gut 14 Prozent der Befragten legen nach eigenen Angaben im Schnitt weniger als 500 Euro im Jahr zurück. Ein Viertel spart zwischen 500 und 2.500 Euro jährlich. „Ohne ausreichende Rücklagen droht relativ schnell eine finanzielle Schieflage“, warnt Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, zu der die Postbank gehört. Er empfiehlt ein finanzielles Polster von drei bis sechs Monatsgehältern.
Deutsche-Bank-Stratege empfiehlt halbes Jahresgehalt als Reserve
Die Realität sieht anders aus: Jeder vierte Sparer könnte mit seinen Rücklagen höchstens zwei Monate die persönlichen Lebenshaltungskosten bestreiten. Die meisten Sparer parken ihr Geld auf Giro- und Tagesgeldkonten, jeder Zehnte verwahrt es zu Hause.
Die Inflation erschwert das Sparen zusätzlich. Allein die Lebensmittelpreise sind seit 2019 um 37 Prozent gestiegen. Im September 2025 erreichte die Inflationsrate mit 2,4 Prozent den höchsten Stand des laufenden Jahres.
