Der Verbraucherzentrale-Bundesverband fordert deutliche Warnhinweise auf Lebensmittelverpackungen, um Verbraucher vor so genannten Mogelpackungen zu schützen. Das sagte die Vorständin des Verbands, Ramona Pop, in einem Interview mit dem Deutschlandfunk.
Pop: Mogelpackungen nehmen überhand
Pop kritisierte die angeblich zunehmende Verbreitung von Mogelpackungen im Einzelhandel. „Wir erleben, dass Mogelpackungen überhandnehmen, dass der Füllstoff, der Inhalt sinkt, die Verpackung gleich bleibt oder dass gute Zutaten durch minderwertige Zutaten ersetzt werden, um eben dort auch zu sparen“, erklärte sie im Gespräch mit dem Radiosender.
Die Verbraucherschützerin verwies auf Regelungen in anderen Ländern, die als Vorbild für Deutschland dienen könnten. In Frankreich beispielsweise müssten Hersteller Veränderungen bei Verpackungsgrößen oder Inhaltsstoffen kenntlich machen. „Achtung, da hat sich was verändert, bei der Verpackung, oder Achtung, da hat sich was verändert bei den Zutaten“, beschrieb Pop die dortigen Warnhinweise.
Verbraucherzentrale sieht Vorteile für Konsumenten
Ein ähnliches System in Deutschland würde nach Ansicht des Verbraucherzentrale-Bundesverbands den Verbrauchern helfen, sich im Alltag besser zurechtzufinden. Pop betonte: „Wir finden, das wäre ein sinnvolles Regelwerk auch für Deutschland, damit Verbraucherinnen und Verbraucher in ihrem Alltag sich besser zurechtfinden und nicht das Gefühl haben: 'Man will mir hier ständig an den Geldbeutel’.“
Die Forderung nach mehr Transparenz bei Lebensmittelverpackungen kommt zu einer Zeit, in der viele Verbraucher unter steigenden Preisen leiden. „Die Menschen ärgern sich über die Preissteigerung bei Lebensmittelpreisen“, stellte Pop fest. Die vorgeschlagenen Warnhinweise könnten aus ihrer Sicht das Vertrauen der Konsumenten in Lebensmittelprodukte stärken und gleichzeitig unfaire Praktiken von Herstellern aufdecken.
