Die Mehrheit der deutschen Einzelhändler plant einen Ausbau ihres Filialnetzes. 61 Prozent der Vertriebslinien wollen bis Ende 2025 neue Filialen eröffnen – der höchste Wert seit sieben Jahren. Das geht aus dem Hahn Retail Real Estate Report 2025/2026 hervor. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 42 Prozent.
Deutliche Unterschiede zwischen Betriebstypen
Besonders expansiv zeigen sich die Branchen Lebensmittel, Gesundheit und Beauty sowie Hobby und Freizeit. Gegenläufig entwickelt sich der Textilhandel, wo 44 Prozent der Unternehmen ihr Filialnetz verkleinern wollen. Für die Untersuchung befragte das Unternehmen 71 Verantwortliche aus dem Einzelhandelsexpansionsbereich sowie 32 Entscheider von institutionellen Immobilieninvestoren.
Die Gesamtzahl der Lebensmittel- und Drogeriemärkte in Deutschland sank 2024 leicht um 18 auf 41.493 Standorte. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Betriebstypen: Während Supermärkte 101 Standorte und SB-Warenhäuser 40 Filialen verloren, beschleunigten die Drogeriemärkte ihre Expansion. Sie eröffneten 65 neue Geschäfte und kamen damit auf 5.258 Standorte. Im Jahr zuvor hatten die Drogeriemärkte nur 33 neue Filialen eröffnet.
83 Prozent wollen bis 2030 ihr Filialnetz ausbauen
Langfristig planen 83 Prozent der befragten Einzelhändler den Ausbau ihres Filialnetzes in den kommenden fünf Jahren. Die Unternehmen wollen zudem in Ladenbau und Store-Design (45 Prozent), Kundenbindungsprogramme (49 Prozent), Digitalisierung am Point of Sale (34 Prozent) sowie zusätzliche Services in der Filiale (32 Prozent) investieren.
Die Einzelhändler blicken trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen optimistisch auf das zweite Halbjahr 2025. Denn 50 Prozent der befragten Unternehmen erwarten steigende Umsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders zuversichtlich zeigen sich die Bereiche Gesundheit und Beauty mit 77 Prozent sowie Lebensmittel und Bekleidung mit jeweils 56 Prozent.
Positive Tendenz auch am Immobilienmarkt
Auch am Immobilienmarkt zeigt sich eine positive Tendenz. 30 Prozent der befragten Investoren planen einen moderaten Ausbau ihres Handelsimmobilienbestands – nach 20 Prozent im Vorjahr. Weitere 9 Prozent wollen stark investieren. Im Fokus stehen dabei vor allem lebensmittelgeankerte Fachmarktzentren, Supermärkte und Discounter
