Bilanzskandal Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen Baywa-Vorstände

Die Staatsanwaltschaft München untersucht mögliche Falschdarstellungen in der Baywa-Bilanz 2023. Das hat der Baywa-Aufsichtsratsvorsitzende Gregor Scheller bestätigt. Die Ermittlungen folgen auf eine Untersuchung der Finanzaufsicht Bafin.

Dienstag, 26. August 2025, 11:40 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Unruhige Zeiten bei der Baywa: Nun schaut die Staatsanwaltschaft den Ex-Vorständen der Baywa genau auf die Finger. Bildquelle: Baywa

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen den Mischkonzern Baywa. Dies teilte Aufsichtsratschef Gregor Scheller zu Beginn der Hauptversammlung in München mit. Die Ermittler prüfen nach Angaben von Scheller, ob Vorstände im Jahresabschluss 2023 die Finanzlage des Unternehmens falsch dargestellt haben.

Scheller: Größte Krise in der Unternehmensgeschichte

„Die Baywa wird eng mit der Staatsanwaltschaft kooperieren“, versicherte der Aufsichtsratschef, Scheller nannte keine konkreten Namen der Beschuldigten. Den Jahresabschluss 2023 unterschrieben unter anderem der damalige Vorstandschef Marcus Pöllinger und der Finanzvorstand Andreas Helber. Beide Manager arbeiten inzwischen nicht mehr für das Unternehmen.

Die Ermittlungen folgen auf eine schwere Krise des Konzerns. Baywa meldete im Jahresabschluss 2024 einen Verlust von 1,6 Milliarden Euro. Ein großer Teil dieses Verlusts entstand durch Abschreibungen von Buchwerten in der Bilanz. Scheller sprach von der „größten Krise“ in der Geschichte des Unternehmens.

Bafin leitete Untersuchung im November ein

Die Finanzaufsicht Bafin hatte bereits im November 2024 eine Untersuchung der Baywa-Bilanz 2023 begonnen. Die Staatsanwaltschaft will nun offenbar klären, ob das Unternehmen Buchwerte in der Bilanz des Vorjahres möglicherweise geschönt hat.

Baywa, 1923 in München gegründet, ist der größte Agrarhändler in Deutschland. Das Unternehmen spielt eine wichtige Rolle für die Landwirtschaft im Süden und Osten des Landes. Die Entwicklung vom ehemals soliden Konzern zum Sanierungsfall wirft Fragen zur Unternehmensführung und Bilanzierung in den vergangenen Jahren auf.

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