Nachhaltiger Konsum Fairer Handel wächst um 11 Prozent

Der Faire Handel in Deutschland verzeichnet 2024 ein Umsatzplus von 11 Prozent. Besonders Kaffee und Schokolade trugen trotz hoher Rohstoffpreise zum Wachstum bei. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland bei den Pro-Kopf-Ausgaben für faire Produkte jedoch zurück.

Donnerstag, 24. Juli 2025, 14:17 Uhr
Theresa Kalmer
Vor allem bei Kaffee und Schokolade achten viele Verbraucher auf die Siegel für fairen Handel. Bildquelle: Carsten Hoppen

Der Faire Handel in Deutschland hat seinen Umsatz im Jahr 2024 um 11 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro gesteigert. Dies teilte das Forum Fairer Handel bei seiner Jahrespressekonferenz mit. Die Verbraucher in Deutschland gaben durchschnittlich 31 Euro für faire Produkte aus. Im Vergleich zu Nachbarländern wie der Schweiz, Österreich und Frankreich liegt Deutschland damit zurück.

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Die Umsatzsteigerung basiert nach Angaben des Forums vor allem auf höheren Absatzmengen bei Produkten wie Kaffee und Schokolade – trotz hoher Rohstoffpreise. Der Umsatz mit Fairtrade-gesiegelten Produkten wuchs um 13 Prozent. Die anerkannten Fair-Handels-Unternehmen steigerten ihren Umsatz um 9 Prozent. Die Weltläden und Weltgruppen in Deutschland hielten ihren Gesamtumsatz auf dem Niveau des Vorjahres. Dies gelang ihnen trotz schwieriger Bedingungen im stationären Einzelhandel.

„Fairer Handel steht für Verlässlichkeit in Krisenzeiten und für soziale sowie ökologische Verantwortung entlang globaler Lieferketten“, erklärte die Vorstandsvorsitzende des Forums Fairer Handel, Andrea Fütterer. Die Unterstützung für Nachhaltigkeitsthemen wachse in der Bevölkerung. Allerdings gebe es von politischer Seite Gegenwind. „Die Zahlen des Geschäftsjahres 2024 zeigen: Fairer Handel bleibt gefragt – sogar in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten“, sagte der Geschäftsführer des Forums, Matthias Fiedler.

Forum Fairer Handel warnt vor Aufweichung der Lieferkettengesetze

Die Lieferkettengesetze in Deutschland und der EU stehen nach Angaben des Forums unter Druck. „Verantwortungsvolles Unternehmertum darf nicht als bürokratisches Hindernis abgetan werden“, sagte Fiedler. Viele Produzenten im Lebensmittelsektor seien von wenigen Abnehmern abhängig und häufig unlauteren Handelspraktiken sowie Preisdrückerei ausgesetzt. Dies gelte auch für den Kaffeesektor. Die Produzenten profitierten zwar derzeit von hohen Weltmarktpreisen für Kaffee. An ihrer prekären Stellung in der konventionellen Lieferkette habe sich aber nichts geändert.

Die Handelspartner wünschen sich nach Angaben des Forums für die Zukunft vor allem mehr Stabilität und größere Absätze über den Fairen Handel. Zudem forderten sie die ideelle und finanzielle Anerkennung ihrer Anstrengungen für Umweltschutz sowie Ernährungs- und Zukunftssicherung.

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