Der Onlinehandel in Deutschland hat im ersten Halbjahr 2025 ein Umsatzplus von 3,5 Prozent auf 39,84 Milliarden Euro erzielt. Das Wachstum beschleunigte sich dabei im zweiten Quartal auf 3,8 Prozent, nach 3,2 Prozent zu Jahresbeginn. Das berichtet der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (Bevh).

Besonders stark wuchsen die asiatischen Onlinehändler Temu, Shein und Aliexpress. Sie steigerten ihre Umsätze im zweiten Quartal um 37 Prozent auf fast eine Milliarde Euro und vereinten damit ein Drittel des gesamten E-Commerce-Wachstums auf sich. Ihr Anteil an allen Bestellungen stieg von 5,5 Prozent im Vorjahresquartal auf 6,4 Prozent. In einzelnen Segmenten gelangten den asiatischen Anbietern noch höhere Anteile – bei Mode 14,1 Prozent und bei Modeschmuck sogar 28 Prozent.
Haus- und Heimtextilien mit höchstem Anstieg in Einzelkategorie
Die stärksten Zuwächse verzeichnete die Bekleidungsbranche mit einem Plus von 5,2 Prozent, wobei Schuhe um 7,6 Prozent zulegten. Den höchsten Anstieg in einer Einzelkategorie erzielten Haus- und Heimtextilien mit 10,5 Prozent. Online-Apotheken steigerten nach der Einführung des E-Rezepts ihre Umsätze um 7,2 Prozent. Rückgänge gab es bei Auto- und Motorradzubehör (minus 6 Prozent), Elektronikartikeln (minus 3,7 Prozent) sowie Büchern und E-Books (minus 2,2 Prozent).
Rückgang bei Online-Kanälen stationärer Händler
Online-Marktplätze wuchsen um 5,9 Prozent, dicht gefolgt von Herstellern mit Direktvertrieb (plus 5,6 Prozent). Händler mit eigenen Online-Shops steigerten ihre Umsätze um 2,7 Prozent. Die Online-Kanäle der stationären Händler verzeichneten dagegen einen Rückgang um 2,8 Prozent. „Nach inzwischen fünf Wachstums-Quartalen in Folge können wir sagen: E-Commerce ist zum Wachstum zurückgekehrt.“ Das erklärte der stellvertretende Bevh-Hauptgeschäftsführer Martin Groß-Albenhausen.
Künstliche Intelligenz mit wachsender Rolle
Künstliche Intelligenz spielt eine wachsende Rolle im Online-Einkauf: 19,3 Prozent der Befragten gaben an, sie hätten KI-Anwendungen bereits für Produktempfehlungen genutzt. Allerdings würden sechs von zehn Befragten nicht ausschließlich auf KI-Empfehlungen vertrauen. „Der Wettbewerb ist härter geworden. Die Kunden sind weiterhin preissensibel und bereit, günstigen Anbietern aus Drittstaaten Vertrauen zu schenken“, so Groß-Albenhausen.
