Insolvenzen Zahl der Firmenpleiten steigt auf Höchststand

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2025 auf den höchsten Stand seit zehn Jahren gestiegen. Besonders betroffen sind Industrie und Handel.

Donnerstag, 26. Juni 2025, 13:13 Uhr
Julia Krone (mit dpa)
Wirtschaft unter Druck: Unternehmensinsolvenzen steigen deutlich – besonders Industrie und Handel sind betroffen. Bildquelle: Getty Images

Nach aktuellen Zahlen der Auskunftei Creditreform haben im ersten Halbjahr 2025 rund 11.900 Unternehmen in Deutschland Insolvenz angemeldet. Das entspricht einem Anstieg um 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und markiert den höchsten Wert seit 2015. Die wirtschaftlichen Schäden belaufen sich auf geschätzte 33,4 Milliarden Euro, nach 29,7 Milliarden Euro im Jahr zuvor.

Am stärksten betroffen ist das verarbeitende Gewerbe mit einem Anstieg der Insolvenzen um 17,5 Prozent auf 940 Fälle. Im Handel stiegen die Pleiten um 13,8 Prozent auf 2.220 Fälle. Den größten Anteil verzeichnet weiterhin der Dienstleistungsbereich mit knapp 7.000 Insolvenzen. „Unternehmen kämpfen mit schwacher Nachfrage, steigenden Kosten und anhaltender Unsicherheit“, erklärte Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Wirtschaftsforschung bei Creditreform.

Auch die Zahl der bedrohten Arbeitsplätze hat zugenommen. Laut Creditreform sind aktuell rund 141.000 Stellen von Insolvenzen betroffen, nach 133.000 im Vorjahr. Neben den Firmen geraten auch Verbraucher zunehmend unter finanziellen Druck. Die Zahl der Privatinsolvenzen stieg um 6,6 Prozent auf 37.700 Fälle. „Die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten sowie Arbeitsplatzverluste, insbesondere in der Industrie, setzen viele Haushalte massiv unter Druck“, so Hantzsch weiter.

Ein leichter Hoffnungsschimmer kommt vom Statistischen Bundesamt: Für Mai 2025 wurde erstmals seit über zwei Jahren ein Rückgang der Insolvenzverfahren gegenüber dem Vorjahresmonat gemeldet.

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