Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken sieht trotz eines Wirtschaftswachstums von 0,4 Prozent im ersten Quartal 2025 noch keine Anzeichen für eine Konjunkturwende in Deutschland. Dies geht aus dem aktuellen Konjunkturbericht des Verbands hervor.
Leichtes Wachstum wegen vorübergehender Sondereffekte
„Die deutsche Wirtschaft hat sich noch nicht aus ihrer hartnäckigen Schwächephase befreit. Die konjunkturelle Flaute wird sich im Frühjahr und im Sommer fortsetzen. Erst zum Jahresende dürfte sich die Wirtschaftstätigkeit beleben“, erklärte BVR-Chefvolkswirt Andreas Bley. Für das Gesamtjahr 2025 erwartet der Verband lediglich eine „schwarze Null“ beim Wirtschaftswachstum.
Das leichte Wachstum im ersten Quartal führt der BVR auf vorübergehende Sondereffekte zurück. Dazu zählen vorgezogene Warenexporte wegen drohender US-Zölle, das Ende von Warnstreiks in der Automobilindustrie und ein milder Winter, der zu höheren Investitionen in Ausrüstung und Bau führte.
BVR prognostiziert Rückgang und Stagnation
Für das zweite Quartal 2025 rechnet der Verband mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im dritten Quartal erwartet der BVR eine Stagnation. Diese Prognose basiert auf dem BVR-Konjunkturbarometer, das monatlich anhand von elf Teilindikatoren die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland misst.
Bley fordert schnelle wirtschaftspolitische Impulse von der Bundesregierung. „Die geplanten wachstumsstärkenden Maßnahmen, etwa verbesserte Abschreibungsbedingungen für Unternehmen und deutliche Signale für den Bürokratieabbau, müssen schnell verabschiedet werden“, betonte er. Zudem drängt der Chefvolkswirt auf eine rasche Umsetzung des Finanzpakets für Verteidigung, Infrastruktur und Klimaschutz. Diese Maßnahmen könnten der Konjunktur nach Einschätzung des BVR schon 2026 spürbare Impulse geben.
