Der Vorstoß des Nationalen Bargeldforums, wonach die Ein- und Zwei-Cent-Münzen in Deutschland abgeschafft werden sollen, wird von den Verbraucherschützern unterstützt. Bei Barzahlungen würde künftig auf die nächsten fünf Eurocent auf- oder abgerundet werden. In der Praxis würde dies bedeuten: Bei einem Betrag von 4,99 Euro müssten Kunden 5 Euro zahlen; bei 1,02 Euro würde auf 1 Euro abgerundet.
Kosten senken und Bargeldkreislauf effizienter machen
Dorothea Mohn, Leiterin des Teams Finanzmarkt beim Verbraucherzentrale-Bundesverband und Vorsitzende des Verbraucherbeirates der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), meint: „Der Verzicht auf Ein- und Zweicentmünzen würde die Kosten senken und den Bargeldkreislauf insgesamt effizienter und nachhaltiger machen.“ Es sei gut, dass sich das Nationale Bargeldforum für Lösungen einsetze, mit denen die Akzeptanz von Bargeld weiter gesteigert werden könne. Mohn stellt fest: „Bargeld ist und bleibt für viele Verbraucher das Zahlungsmittel Nummer Eins. Bezahlen mit Bargeld ist einfach, anonym, hinterlässt keine Daten und ist universell einsetzbar.“ Allerdings: Verbraucher hätten nur ungern Kleinstmünzen im Geldbeutel. „An der Supermarktkasse den letzten Cent aus der Geldbörse zu suchen, macht vielen keine Freude.“
Nationales Bargeldforum breit aufgestelltes Gremium
Das Nationale Bargeldforum wurde im Februar 2024 auf Initiative der Deutschen Bundesbank mit dem Ziel gegründet, Bargeld als allgemein verbreitetes Zahlungsmittel zu sichern und verfügbar zu halten. In dem Gremium sind die Verbände der Kreditwirtschaft, des Einzelhandels, des Verbraucherschutzes, der Geld- und Wertdienstleistungsbranche und der Automatenbetreiber vertreten. Unterdessen hat Pressesprecher Felix Kretz von der Deutschen Bundesbank gegenüber der LP das weitere Vorgehen dargestellt: „Wir sind optimistisch, dass in absehbarer Zeit unsere Positionierung auf die politische Agenda kommt.“
Seit 2002 rund 47 Milliarden Münzen geprägt
Die Positionierung des Nationalen Bargeldforums sei dem Bundesfinanzministerium und auch den Verhandlungsführern der potenziell neuen Bundesregierung übermittelt worden. Nach Auskunft von Kretz wird die Einführung einer Rundungsregel ein nationales und gegebenenfalls europäisches Gesetzgebungsverfahren durchlaufen müssen. Danach werde ein Übergangszeitraum für die Vorbereitung der Einführung erforderlich sein.
Zwischen 2002 und 2023 wurden in Deutschland nach Angaben der Deutschen Bundesbank rund 47 Milliarden Münzen geprägt. Davon waren 12,76 Milliarden Ein-Cent-Münzen und 10,69 Milliarden Zwei-Cent-Münzen. 75 bis 80 Prozent der kleinen Münzen sind nicht im Umlauf.
