Weniger Verträge Tarifbindung in der Krise

Am 75. Jahrestag des Tarifvertragsgesetzes verzeichnet die Ernährungs- und Genussmittelindustrie einen signifikanten Rückgang der Tarifbindung. Mit nur 26 Prozent der Betriebe und 43 Prozent der Beschäftigten unter Tarifvertrag, sehen Experten dringenden Handlungsbedarf.

Freitag, 26. April 2024, 09:43 Uhr
Lebensmittel Praxis
Bildquelle: Getty Images

Zum 75. Jahrestag des Tarifvertragsgesetzes offenbart das IAB-Betriebspanel einen beunruhigenden Trend: Die Tarifbindung in der Ernährungs- und Genussmittelindustrie ist 2023 auf 26 Prozent der Betriebe gesunken, was 43 Prozent der Beschäftigten entspricht. Trotz des Rückgangs der formellen Tarifverträge nutzen weitere 44 Prozent der Unternehmen die Branchentarifverträge als Orientierungshilfe.

Stefanie Sabet, Hauptgeschäftsführerin der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss (ANG), betont die Bedeutung von Branchentarifverträgen: „Die hohe Anzahl der Unternehmen, die sich an Branchentarifverträgen orientieren, unterstreicht deren Wichtigkeit. Doch nur gemeinsam können die Sozialpartner den Trend der sinkenden Tarifbindung umkehren. Dafür sind attraktive Tarifverträge und mehr Flexibilität in der KMU-geprägten Branche nötig. Staatliche Eingriffe in die Tarifautonomie lehnen wir ab, da sie die Tarifbindung schwächen.“

Die Branche, die rund 643.000 Menschen in etwa 6.000 meist kleinen und mittleren Betrieben beschäftigt, steht durch Arbeits- und Fachkräftemangel unter erheblichem Druck. Angesichts dieser Herausforderungen liege es an den Sozialpartnern, langfristige tarifliche Sicherheit für Unternehmen und Mitarbeiter zu schaffen, betont die Arbeitgebervereinigung.

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