Umweltbundesamt LEH soll noch nachhaltiger werden

Beim Thema Nachhaltigkeit gibt es im deutschen Lebensmitteleinzelhandel noch Luft nach oben – zu diesem Ergebnis kommt das Umweltbundesamt (UBA) in einer neuen Studie. Trotz mancher Bemühungen sei das Potenzial noch nicht ausgeschöpft, bemängelte UBA-Präsident Dirk Messner bei der Vorstellung der Studie.

Donnerstag, 22. September 2022 - Handel
Lebensmittel Praxis
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In der Studie wurde das Umweltengagement der acht umsatzstärksten LEH-Unternehmen Deutschlands (Aldi Nord, Aldi Süd, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto-Markendiscount, Penny und Rewe) systematisch in den Bereichen Lieferketten (Einkauf und Zusammenarbeit mit Lieferanten), eigene Standorte sowie Konsum (Interaktion mit Verbrauchern) bewertet. Bewertet wurden 22 Handlungsfelder, 43 Indikatoren und 112 Subindikatoren jeweils auf einer Skala von 1 (no practice) bis 5 (best practice). Im Mittel schneiden die Unternehmen zwischen 1,6 und 3 ab.

„Einige Unternehmen gehen hier schon voran und haben sich zum Beispiel ambitionierte Ziele für Klima- und Waldschutz gesetzt. Das Potenzial ist aber noch lange nicht ausgeschöpft: die Nachhaltigkeitsstrategien der Konzerne sind bis jetzt nur unzureichend verankert“, sagte Messner. „So wird zwar viel von Umweltschutz und Nachhaltigkeit gesprochen, aber im Einkauf der Produkte, bei Preisgestaltung oder Werbung zum Beispiel sehen wir oft das Gegenteil.“ Hier sei auch die Politik gefragt. „Sie muss entsprechende Rahmenbedingungen schaffen, damit aktiver und konsequenter Umweltschutz zum Wettbewerbsvorteil für die Unternehmen wird.“

Die Kritik wollten die Unternehmen nicht unkommentiert lassen. Die bei der Vorstellung des Berichts anwesenden Vertreter der untersuchten Unternehmen unterstrichen die bereits großen Anstrengungen des Lebensmitteleinzelhandels in Sachen Nachhaltigkeit. Kaum eine Branche sei in dieser Hinsicht weiter. Zudem seien die Daten, die in die Studie eingeflossen seien, bereits 2020 erhoben worden. Seither habe sich einiges getan. 

Die Studie empfiehlt den Unternehmen, ihr Nachhaltigkeitsmanagement insgesamt systematischer zu gestalten: Dazu sollten durchweg überprüfbare Ziele zur ökologischen ⁠Nachhaltigkeit⁠ gesetzt werden, in bessere Daten investiert sowie das Nachhaltigkeitsmanagement stärker mit Geschäftsführung, Einkauf und Warengruppenmanagement verknüpft werden.

Die Untersuchung wurde vom Schweizer Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL) mit Unterstützung von Systain Consulting durchgeführt.

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