Lebensmitteleinzelhandel Weniger Nahrungsmittel entsorgt

Gute Nachrichten aus dem Lebensmitteleinzelhandel: Im vergangenen Jahr mussten deutlich weniger Nahrungsmittel entsorgt werden, als im Vorjahr. Allerdings fällt die meiste Verschwendung von Lebensmitteln nicht im Einzelhandel an.

Dienstag, 28. September 2021, 10:56 Uhr
Lebensmittel Praxis
Bildquelle: Getty Images

Führende Unternehmen des deutschen Lebensmittelhandels haben 2020 weniger Nahrungsmittel abschreiben müssen, als ein Jahr zuvor. Der anteilige Verlust aus Bruch und Verderb im gewichteten Durchschnitt aller erfassten Lebensmittelwarengruppen lag bei 1,5 Prozent vom reinen Lebensmittel-Umsatz. 2019 betrug dieser Wert 1,76 Prozent. Das ist ein Rückgang von 14,8 Prozent.

Datengrundlage ist die aktuelle Erhebung der Lebensmittelabschriften des EHI Retail Institute im Rahmen des Verlustmonitorings im Dialogforum Groß- und Einzelhandel der Bundesregierung zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Die ausgewiesenen Werte erfassen die aus Sicht des Handels nicht mehr verkäuflichen Lebensmittel, aber auch die Abgabe an Tafeln oder ähnliche gemeinnützige Organisationen. Erfahrungsgemäß werden von den nicht mehr verkäuflichen Lebensmitteln noch mehr als 30 Prozent an diese Organisationen abgegeben.

Größter Rückgang bei gekühlter Ware

Am stärksten war der Rückgang bei gekühlter Ware, also primär bei Molkerei- und Convenience-Produkten. Die Abschreibungen, die 2019 mit 1,61 Prozent vom Umsatz bereits auf einem niedrigen Niveau lagen, reduzierten sich 2020 auf 1,22 Prozent (-24 Prozent). Bei Obst und Gemüse gingen die am Umsatz gemessenen Verluste um 15,2 Prozent zurück, bei Brot- und Backwaren um elf Prozent und bei Fleisch, Fisch sowie Geflügel um zehn Prozent.

„Diese Entwicklung bestärkt uns, auch weiterhin engagiert an unserem Ziel zu arbeiten, die Nahrungsmittelverluste im Lebensmittelhandel zu senken“, kommentiert Franz-Martin Rausch, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Lebensmittel (BVLH), die Daten der EHI-Erhebung. Anlässlich der bevorstehenden Aktionswoche „Deutschland rettet Lebensmittel“ verweist Rausch insbesondere auf die intensive Mitarbeit vieler Lebensmittelhandelsunternehmen im Dialogforum der Bundesregierung. 

Lediglich circa vier Prozent der gesamten Nahrungsmittelverluste in Deutschland fallen im Einzelhandel mit Lebensmitteln an. 

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