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Bio-Company 62 Prozent zahlen zu wenig

Lebensmittel Praxis | 26. September 2019
Bio-Company: 62 Prozent zahlen zu wenig
Bildquelle: Bio-Company

Im Rahmen ihrer Aktion „Kauf weniger“ ließ die Bio-Company die Kunden in der Filiale in der Yorckstraße 37 in Berlin an einem Tag Ende September den Preis für ihren Einkauf selbst bestimmen. Das Ergebnis ist ernüchternd und offenbart Wissenslücken: 62 Prozent der Kunden schätzten den Preis für ihren Einkauf zu niedrig ein.

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Bio-Company ist nach eigenen Angaben Marktführer bei Bio-Supermärkten in Berlin/Brandenburg. Das Unternehmen macht sich stark für mehr Preissensibilität und Nachhaltigkeit im Handel. Beim sogenannten Sozialexperiment „Zahl‘, was es dir wert ist“ konnten die Kunden des Markts in der Yorckstraße selbst entscheiden, was sie für ihren Einkauf ausgeben möchten. Statt den Betrag vom Kassierer genannt zu bekommen, wurden sie an diesem Tag zwischen 14 und 18 Uhr gefragt: „Was ist Dir dein Einkauf wert?“

Die Ergebnisse: 132 von insgesamt 347 Kunden nutzten die Kasse, an der sie den Preis für ihren Einkauf selbst bestimmen konnten. 29 Prozent dieser Kunden zahlten mehr, 9 Prozent nannten einen Betrag, der in etwa mit dem tatsächlichen Warenwert übereinstimmt. Die Mehrzahl, nämlich 62 Prozent, zahlten laut Bio-Company jedoch einen zu niedrigen Betrag. Die Preisabweichung bei allen Einkäufen liegt bei insgesamt – 20 Prozent.

Georg Kaiser, Geschäftsführer Bio-Company, sieht hier eine grundsätzliche Problematik: „In Zeiten von hartem Preiskampf und Dumpingpreisen für Lebensmittel & Co. ist es nicht verwunderlich, dass die Kunden das Gefühl für eine faire Preisgestaltung verlieren.“ Es sei wichtig, dass die Kunden die gesamte Wertschöpfungskette würdigen können. Der Lebensmittel-Einzelhandel müsse gemeinsam mit allen Multiplikatoren daran arbeiten, „dass Waren wieder einen realistischen Preis bekommen – von dem alle, auch die Erzeuger, leben können und weder Mensch noch Tier und Umwelt leiden müssen“.