Metro AG:„Zerschlagung war richtig“

Bildquelle: Metro AG

Metro AG „Zerschlagung war richtig“

Ein Jahr nach der Aufspaltung des Handelsriesen Metro hat Konzernchef Olaf Koch (Foto) die Zerschlagung trotz massiver Einbußen beim Börsenwert verteidigt. „Der Schritt, die beiden Unternehmen aufzuteilen, macht aus heutiger Sicht sogar mehr Sinn als zuvor“, sagte Koch der Deutschen Presse-Agentur. Denn der Wettbewerb im Handel habe noch weiter zugenommen. Da sei es wichtig, dass sich die Unternehmen auf ihre eigenen Themen konzentrieren könnten.

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Es war das Ende einer Ära: Vor einem Jahr wurde Deutschlands einst größter Handelskonzern Metro nach mehr als 20 Jahren zerschlagen. Aus dem Gemischtwarenladen wurden zwei unabhängige Konzerne: die Elektronikkette Ceconomy (Media Markt, Saturn) und der Lebensmittelhändler Metro mit den gleichnamigen Großmärkten und der Supermarktkette Real. Viele Hoffnungen, die mit dieser Aufspaltung verknüpft waren, haben sich bislang allerdings nicht erfüllt.

Das spiegelt sich im Börsenkurs wider. Wurde die Metro-Aktie unmittelbar vor der Aufspaltung noch mit mehr als 29 Euro gehandelt, so notierten die Aktien der Nachfolgeunternehmen in dieser Woche zusammengerechnet unter 19 Euro. Vor allem die Aktie der neuen Metro hat drastisch an Wert eingebüßt. „Natürlich ist die Kursentwicklung der Metro-Aktie seit der Aufspaltung schmerzhaft. Den aktuellen Kurs sehe ich aber als eine Momentaufnahme“, sagte Koch, der seit der Aufspaltung die neue Metro leitet. Das Unternehmen habe viel mehr Potenzial als sich im aktuellen Börsenkurs widerspiegele.

Das internationale Geschäft außerhalb von Russland laufe gut, sagte Koch. Aktuell werde dies in der allgemeinen Wahrnehmung aber oft von den Problemen in Russland und dem Tarifstreit bei Real überlagert.

Doch seien in beiden Bereichen inzwischen die Weichen für eine Trendwende gestellt. In Russland habe der Konzern mit einem neuen Management das Ruder herumgerissen. „Ich bin absolut sicher, dass wir in naher Zukunft unser Geschäft in Russland verbessern werden“, meint er. Allerdings werde es erfahrungsgemäß einige Monate dauern, bis sich die Auswirkungen der neuen Strategie in den Zahlen niederschlügen. Das internationale Geschäft außerhalb Russlands laufe ohnehin gut.

Auch Real sieht der Manager auf gutem Weg. Durch die Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells, die wachsende Online-Präsenz und die nun wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen seien die wesentlichen Voraussetzungen für eine positive Entwicklung erfüllt.