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Echtzeitzahlung Wie beim Bargeld

Lebensmittel Praxis | 10. August 2017
Echtzeitzahlung: Wie beim Bargeld

Bildquelle: Alexander Fischer

Das Bezahlen in Echtzeit soll im kommenden Jahr auch bei Überweisungen klappen. „Im ersten Quartal 2018 wird es die ersten Anbieter geben“, kündigte der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, Michael Kemmer, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa an. Dann könne, wie jetzt bereits mit Bargeld, auch in Echtzeit überwiesen werden.

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Bislang werden Überweisungen in der Regel erst am folgenden Bankarbeitstag gutgeschrieben. Bis 2009 waren gesetzlich noch drei Bankarbeitstage erlaubt, bis e¬ne Zahlung beim Empfänger gutgeschrieben sein musste. Für innereuropäische Zahlungen waren es gar fünf. Beim „Instant Payment“ soll das Geld binnen zehn Sekunden dem Empfänger gutgeschrieben werden. Ein europäisches Gremium hat den dafür notwenigen Rechtsrahmen nun beschlossen. Er soll von November an gelten. Anders als bei dem Sepa-Verfahren wird es aber keinen „Tag X“ für die Umstellung auf eine neue Technik geben. Vielmehr wird es die geschäftspolitische Entscheidung jeder Bank sein, ob sie Echtzeitzahlungen anbietet.

Führende Bankenvertreter rechnen damit, dass solche Angebote das Bargeld zunehmend ablösen werden. Die Echtzeit-Überweisung werde vieles erleichtern, so Bankenexperten. So zum Beispiel private Autoverkäufe, die bislang der Sicherheit wegen bar abgewickelt wur-den. Auswirkungen wird die auch auf Kleinbetragszahlungen, die man sich gegenseitig zuschickt, um sich im Restaurant eine Rechnung zu teilen. Der Handel sei daran interessiert, verlässlich das Geld auf seinem Konto zu wissen, wenn er eine Ware abgibt. Auch könnten so Liquiditätsreserven besser ausgschöpft werden. In Dänemark, Schweden oder Großbritannien etwa gibt es bereits die Echtzeitüberweisung. In Dänemark sind auf neun von zehn Smartphones Instant Payment-Apps installiert. Auch hier wird beim kontaktlosen Bezahlen die neue Technik scheinbar schon genutzt. Wird eine entsprechend freigeschalte¬e Karte im Abstand von weniger als vier Zentimetern vor ein Kaufhausterminal gehalten, kann Geld fließen. In der Regel bislang nicht mehr als 25 Euro.