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Bünting Stellen abbauen, Kosten senken

Lebensmittel Praxis | 29. März 2017
Bünting: Stellen abbauen, Kosten senken

Die Unternehmensgruppe Bünting versucht an der Kostenschraube zu drehen und die Gehälter und Arbeitszeiten der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen neu auszuhandeln. Zum neuen Konzept gehöre es auch, sich auf den Lebensmitteleinzelhandel zu konzentrieren. Die Ostfriesische Gruppe, zu der die Supermarkt-Ketten Famila und Combi-Märkte sowie ein Teehandelshaus gehören, will zudem 70 Stellen in der Verwaltung abbauen. So plant das Unternehmen seinen 5.700 Vollzeitbeschäftigten künftig teilweise in Einkaufsgutscheinen bezahlen.

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Bis zu 5 Prozent des Lohnes der Mitarbeiter sollten über Einkaufsgutscheine der Unternehmensgruppe ausbezahlt werden, teilte Bünting mit. Der Schritt sei möglich, da das Unternehmen nicht von einem Tarifvertrag gebunden sei, sagte ein Sprecher. Zuvor hatten «Ostfriesen-Zeitung» und «Nordwest-Zeitung» darüber berichtet.

Um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, fordert das Unternehmen zudem eine Stunde freiwillige unbezahlte Mehrarbeit pro Woche von den Vollzeitbeschäftigten. Im Gegenzug garantiere man moderate Lohnerhöhung in den nächsten drei Jahren. Bünting ist mit insgesamt mehr als 14.000 Mitarbeitern und 800 Auszubildenden einer der größten Arbeitgeber in Nordwestdeutschland. Der größte Teil der Mitarbeiter arbeitet allerdings in Teilzeit.

Die Mehrarbeit betreffe nur Vollzeitstellen und sei freiwillig, sagte der Unternehmenssprecher. Wenn Mitarbeiter nicht zustimmten, müsse über andere Optionen nachgedacht werden.
Bei der Gewerkschaft ver.di stießen die Maßnahmen auf Kritik. Der Lohnverzicht sei eine dauerhafte Verschlechterung, sagte ver.di-Sprecher David Matrai in Hannover. Das Unternehmen kopple sich damit zunehmend vom Lohnniveau in der Fläche ab.