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Dale Pues Voller Einsatz

Andrea Kurtz | 14. September 2018

Dale Pues: Das heißt in Nicaragua OK oder „Gut, so machen wir‘s“. Nach diesem Motto steuert auch Ritter Sport seine Kakao-Aktivitäten vor Ort, gerade auch angesichts der unsicher gewordenen politischen Entwicklung. Ein Besuch auf der eigenen Plantage im Südosten des Landes.

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Anfang März jedenfalls war alles gut. Auf El Cacao, der Plantage, die Ritter Sport 2011 in Nicaragua kaufte und seitdem konsequent im Agroforst-System aufbaut, wurde die erste nennenswerte Ernte eingefahren. 25 Quadratkilometer – rund 3.200 Fußballfelder – groß ist das Gelände, es liegt im Südosten des Landes, der Atlantik und das Städtchen El Rama sind nicht weit. Rund 1.200 Hektar sind für den Kakaoanbau vorgesehen; der Rest soll als Naturschutzgebiet erhalten bleiben oder entfällt auf Infrastruktur wie Straßen. Auch einzelne Kleinbauern leben auf dem Gelände, es gibt auch eine Schule und eine Kirche sowie ein altes hölzernes zentrales Gebäude. Von dort aus startete das Team von Ritter Sport die Bewirtschaftung. „Damals gab es noch keine befestigte Straße bis zur Plantage, die letzten Meter haben wir zu Fuß, auf dem Pferd, später dann auf dem Motorrad zurückgelegt“, berichtet Ritter-Sport-Geschäftsführer Andreas Ronken.

Inzwischen braucht man von Managua aus normalerweise rund sieben Stunden, 300 Kilometer auf der Landstraße und dann noch einmal 36 Kilometer auf einer Art Piste.

Auf El Cacao selbst entstand auch ein neues Zentrum. Neben dem Wasserturm mit dem Logo des Unternehmens befindet sich auf einer Anhöhe der offene Ess- und Versammlungsbereich mit Bar, Großbildschirm, Küche, Waschräumen.

Neues Zentrum der Plantage
Hier gibt es drei mal täglich Essen, typisch nicaraguanisch mit Reis, Bohnen, Eiern, Fleisch oder Fisch und vor allem Früchte satt: Melonen, Bananen, Mangos, Papayas und und und. Alkohol gibt es nicht, der ist auf der ganzen Plantage verboten, dafür steht auf der Bar immer köstlicher Kaffee bereit. Umgeben ist dieser zentrale Comedor von einigen Zwei-Zimmer-Ziegelbungalows, die von Gästen genutzt werden und einem größerem Haus mit Terrasse. Hier wohnt Plantagen-Chef Volker Schuckert.

Das ‚Hotelito‘, ein quadratisches Areal auf der anderen Seite des Comedor, mit Innenhof und Bänken wird von den einheimischen Führungskräften bewohnt, die nicht jeden Tag nach Hause fahren können. Ebenfalls in unmittelbarer Nähe: Personalbüro und Krankenstation.

30 Prozent über Mindestlohn
Unterhalb der Anhöhe sieht man schon die große Baumschule; auf dem gegenüberliegenden Hügel sind die Werkstätten, der Fuhrpark, das Gebäude für die Nacherntebehandlung, das Labor und eine Art Bushaltestelle. Dazu ist jetzt noch ein Gebäude gekommen, in dem sich die Fahrer aufhalten oder die Mitarbeiter duschen können.

Auf diesem Areal kommen morgens um 5 Uhr 15 die derzeit rund 300 Arbeiter an, die auf El Cacao fest angestellt sind. Auch viele Frauen sind darunter. Sie stammen aus der Gegend und fahren mit den Sammeltransporten per LKW oder auf den Betriebs-Motorrädern. Sie werden in Gruppen eingeteilt und dann geht es auf die einzelnen Parzellen oder in die Trocknung.

Ritter Sport zahlt den Mitarbeitern mindestens 30 Prozent mehr als den nicaraguanischen Mindestlohn von ca. 150 US-Dollar im Monat; außerdem gibt es 30 Tage Urlaub und Sozialleistungen wie Betriebsrat, Altersvorsorge oder Krankenversicherung. In einem Land, wo ein Bier für 70 Cent zu haben ist, ist das nicht die Welt, aber eine solide Basis. Die Arbeit beginnt morgens um kurz nach fünf und geht bis 14 Uhr. So haben die meisten am Nachmittag Zeit, um ihre eigenen kleinen Landwirtschaften zu bewirtschaften. „Manche kommen zu uns und bitten, neben dem offiziellen Urlaub, noch um weitere Freistellung“, erzählt Volker Schuckert. „Das gewähren wir gern, denn so bleibt uns ein fester Mitarbeiterstamm treu.“