WPR Grünes Potenzial nutzen

Nachhaltige Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel sind aus den Regalen nicht mehr wegzudenken. Konsumforscher sind überzeugt: Hier steckt noch mehr drin.

Dienstag, 07. September 2010 - Sortimente
Hedda Thielking
Auch bei Ecover erkennt man für 15- bis 20-Grad-Waschmittel großes Potenzial. Aber: „Sie stellen für uns eine technologische Herausforderung dar, denn sie müssen wirksam sein und ökologisch funktionieren. Manche Inhaltsstoffe, die konventionelle Hersteller benutzen, würden wir in unseren Produkten nicht verwenden, weil sie nicht nachhaltig sind“, sagt Ecover Concept-Manager Peter Malaise. Ausschlaggebend seien „effiziente Wirksamkeit des Artikels und umfassende Nachhaltigkeit“. Letztere beginne bei Rohstoffgewinnung, Produktherstellung, Anwendung und der biologischen Abbaubarkeit. Wenn ein Produkt nicht wirkt, dann betrachten wir es als unnötige Umweltbelastung.“

Auch in der Kategorie Geschirrspülreiniger arbeiten Hersteller weiter an energie- und umweltbewussten Lösungen. In Sachen Geschirrspülreiniger stehen bei Reckitt Benckiser die Themen Energie sparen, Klima schützen und nachhaltiges Handeln im Vordergrund. „Spülmaschinen benötigen zirka 80 Prozent der Energie nur zum Aufheizen des Wassers“, sagt ein Unternehmenssprecher. Deshalb gibt Finish/Calgonit Verbrauchern verschiedene Empfehlungen, Energie zu sparen. So bräuchen Verwender von Finish/Calgonit-Produkten keine Programme mit hohen Temperaturen zu wählen, um ein „glänzendes“ Ergebnis zu erzielen. Es reiche ein ECO-Programm bzw. ein 50°C bis 55°C Programm aus. Mit dem Finish/Calgonit Quantum Relaunch 2009 brachte Reckitt Benckiser ein verbessertes Produkt für noch mehr Glanz auf den Geschirrspülmarkt.

Das neue Somat 9 von Henkel enthält u.a. einen Niedrigtemperatur-Aktivator. Damit kann das Geschirr schon bei 40 Grad gereinigt werden.

Ecover überarbeitete die Rezeptur der Spülmaschinen-Tabs. Diese kommen im April auf dem Markt. Der Launch wird von einem Aktions-XL-Pack mit 70 Tabs begleitet. Die Spülmaschinen-Tabs reinigen laut Hersteller dank einer neuen, nachhaltigen Tensid-Zusammensetzung noch wirksamer und entfetten effektiv. Die Tabs enthalten weder Phosphate, noch Phosphonate oder Chlor. Sie seien schnell und vollständig biologisch abbaubar. Um den Launch zu unterstützen, wird bereits ab März eine Aktionspackung des Geschirrspülmittels Zitrone & Aloe Vera (500 ml; 1 l) mit einer On-Pack-Probierpackung mit zwei Spülmaschinen-Tabs erhältlich sein. Mit On-Pack-Promotions, Öko-Power-Packs für Reinigungsmittel und weiteren Cross-Promotions soll der Absatz zusätzlich angekurbelt werden.

Industrie und Handel profitieren gleichermaßen von diesem Trend. Damit nachhaltige WPR-Produkte noch besser ankommen, wünschen sich manche Händler mehr Werbung, mehr Informationen zum Thema Nachhaltigkeit auf der Verpackung, eine moderne Verpackungsgestaltung, Kleingrößen zum Probieren und attraktive Preise.

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Es drängen immer mehr nachhaltige Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel auf den Markt. Wie steht es mit Nachfrage und Markentreue der Verbraucher im LEH?

Nachhaltige WPR-Produkte werden immer beliebter. Während jüngere Kunden mehr Eigenmarken-Artikel kaufen, greifen ältere lieber zu Markenprodukten. Ob Jung oder Alt, sie wechseln die Marken in der Regel nicht. WPR-Produkte von Ökomarken haben wir bisher nicht gelistet, da wir nicht genug Platz haben und die Nachfrage zu gering ist. Waschmittel, die schon bei 15 bis 20 °C verwendet werden können, tun sich noch schwer. Die Verbraucher können solche Produkte schlecht einschätzen. Es wird auch zu wenig Werbung dafür gemacht.
Dirk Wasmuth, Markpartner der Rewe Wasmuth OHG, Bielefeld-Sennestadt

Unsere Kunden fragen zwar vermehrt nach nachhaltigen WPR-Produkten, aber der Durchbruch ist noch nicht da. Vor allem konventionelle Hersteller sollten noch mehr im nachhaltigen WPR-Bereich tun und das Angebot erweitern. Da die Markentreue in dieser Warengruppe stark ausgeprägt ist, würden die Kunden am ehesten ökologische Produkte von „ihrer“ Marke kaufen. Außerdem sollten die Hersteller über die Vorteile ökologischer Produkte mehr informieren. Gut wären Informationen auf der Verpackung oder kleine Info-Broschüren als Zugabe.
Nora Peters, stellvertretende Marktleiterin Rewe Tibarg-Center, Hamburg

Beim nachhaltigen WPR-Segment handelt es sich um einen sehr schwierigen Markt. Reinigungsmittel laufen besser als Waschmittel. Gerade bei Waschmitteln bleiben die Kunden lieber bei ihrer Stammmarke. Öko-Produkte sind gut, aber sie werden wenig beworben. Die Nachfrage ist deshalb gering. Hinzu kommt, dass unsere Kunden in letzter Zeit preisbewusster geworden sind und mehr im Angebot kaufen. Sie sind deshalb auch nicht bereit, für ökologische WPR-Artikel einen höheren Preis zu bezahlen.
Achim Straßfeld, Inhaber Edeka Straßfeld, Kerpen-Sindorf



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