Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilt, legten die Auftragseingänge gegenüber dem Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,9 Prozent zu. Dabei waren erneut Großaufträge bedeutsam. Ohne deren Berücksichtigung betrug die Wachstumsrate 1,0 Prozent. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich nahm das gesamte Ordervolumen mit minus 0,2 Prozent leicht ab. Im Vorjahresvergleich lag die Nachfrage im Mai arbeitstäglich bereinigt jedoch um 6,2 Prozent höher.
Auslandsnachfrage nahm stärker zu als Inlandsnachfrage
Zuletzt nahm die Auslandsnachfrage (plus 2,2 Prozent) stärker zu als die Inlandsnachfrage (plus 1,3 Prozent). Dabei gingen allerdings weniger Bestellungen aus Drittländern ein (minus 3,2 Prozent), während es zu einem starken Orderplus aus dem Euroraum kam (plus 11,2 Prozent).
Mit Blick auf die Gütergruppen konnten die Konsumgüter die stärksten Zugewinne verzeichnen (plus 2,4 Prozent), gefolgt von den Investitionsgütern (plus 2,2 Prozent). Die Bestellungen von Vorleistungsgütern erhöhte sich unterproportional (plus 1,4 Prozent). Im Dreimonatsvergleich ergaben sich für die Investitionsgüter allerdings Auftragseinbußen (minus 4,2 Prozent). Dagegen blieb die Tendenz bei Konsum- und Vorleistungsgütern aufwärtsgerichtet (plus 4,9 Prozent beziehungsweise plus 5,4 Prozent).
Fahrzeugbau mit massiver Auftragssteigerung
Unter den einzelnen Wirtschaftszweigen konnte der sonstige Fahrzeugbau eine massive Auftragssteigerung von 85,0 Prozent verzeichnen, zu dem Großaufträge aus dem In- und Ausland geführt haben. Deutlich voller wurden die Auftragsbücher auch in anderen gewichtigen Bereichen wie der Herstellung elektrischer Ausrüstungen (plus 5,7 Prozent), im Maschinenbau (plus 3,7 Prozent), in der Metallerzeugung (plus 3,4 Prozent) und bei der Produktion pharmazeutischer Erzeugnisse (plus 1,7 Prozent). Demgegenüber mussten einige Sektoren einen deutlichen Rückgang der Auftragseingänge hinnehmen. Dazu gehören Kfz - und Kfz -Teile (minus 3,8 Prozent), Daten-, elektrische und optische Geräte (minus 7,8 Prozent) und Metallerzeugnisse (minus 3,1 Prozent).
Geopolitische Unsicherheit bleibt hoch
Nach Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten ist es nachfrageseitig zunächst zu Vorzieheffekten und im Anschluss zu einem erwartbaren Rückprall gekommen, so das Statistische Bundesamt. Zuletzt scheinen die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe jedoch ihren Aufwärtstrend, der in der zweiten Jahreshälfte 2025 eingesetzt hat, wieder fortzusetzen. Allerdings ist die Entwicklung aufgrund von Großaufträgen nach wie vor sehr volatil. Zudem bleibe die geopolitische Unsicherheit bis zum endgültigen Abschluss der Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran hoch, heißt es vom Statistischen Bundesamt.