Die Erzeugergenossenschaft Pfalzmarkt für Obst und Gemüse Genossenschaft hat für das Geschäftsjahr 2024 eine solide Jahresbilanz vorgelegt. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen und verschärfter Wettbewerbsnachteile für den inländischen Anbau hielt die Genossenschaft ihre Warenmengen, die 2024 über die Handelsplattformen in Mutterstadt und Hatzenbühl gegangen sind, bei 230.000 Tonnen konstant.
Ergebnis von 2,3 Millionen Euro erzielt
Die Genossenschaft erzielte unter Berücksichtigung des Beteiligungsergebnisses sowie Zinsen und Steuern ein Ergebnis von 2,3 Millionen Euro. Dies bedeutet ein Plus von 1,89 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. „Einen Anteil an der Ergebnisoptimierung hat die Mitte 2023 vollzogene Neustrukturierung der Pfalzmarkt-Tochtergesellschaften, die 2024 erstmals voll zum Tragen kam“, erklärte Vorstand Hans-Jörg Friedrich.
Der testierte Gesamtumsatz betrug im vergangenen Jahr 322 Millionen Euro, was einem Rückgang von 5,2 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2023 entspricht. Als einen Grund nannte die Genossenschaft eine fortgesetzte Kaufzurückhaltung aufgrund saisonbedingt hoher Verbraucherpreise für Obst und Gemüse.
Pfalzmarkt kämpft mit Preisdruck
Die Genossenschaft sieht sich mit steigenden Anbaukosten und einem anhaltenden Preisdruck konfrontiert. Vorstand Reinhard Oerther betonte: „In puncto Frischequalität, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit setzen wir bei Pfalzmarkt mit die Benchmark im Markt. Weniger Warenumsatz und eine konstant gebliebene Warenmenge zeigen, dass die Erzeugerpreise auch 2024 unter einem extremen Preisdruck durch ausländische Anbieter standen.“
Friedrich kritisiert Mindestlohn-Auswirkungen
Hans-Jörg Friedrich kritisierte die weiteren geplanten Erhöhungen des Mindestlohns auf 13,90 Euro zum nächsten Jahreswechsel und 14,60 Euro zum 1. Januar 2027. Denn: „Dies führt dazu, dass unsere 90 Pfalzmarkt-Erzeuger – gerade bei arbeitsintensiven Bündelkulturen – immense Zusatzkosten tragen müssen. Diese Mittel fehlen dann für Investitionen, also beispielsweise für den Einsatz von Robotik und KI!“ Da es europaweit keinen einheitlichen und teilweise auch gar keinen Mindestlohn gebe, verschärften sich die Wettbewerbsnachteile für den heimischen Anbau.
Schlechtere Zahlen für Geschäftsjahr 2025 erwartet
Für das laufende Geschäftsjahr 2025 erwartet Pfalzmarkt auf Grundlage der Halbjahreszahlen eine niedrigere Warenmenge und einen geringeren Warenumsatz als 2024. Aufsichtsratsvorsitzender Christian Deyerling warnte: „Wenn wir nicht gegensteuern und als Konsumenten unser Einkaufsverhalten überdenken, werden wir bald nur noch in Anführungszeichen ,frisches' Obst und Gemüse kaufen, das tausende Kilometer um die halbe Welt transportiert wurde.“
Deyerling weiter: „Wenn wir auf Versorgungssicherheit und kurze Wege Wert legen und möchten, dass nachfolgende Generationen sich mit wirklich frischem Obst und Gemüse aus heimischem Anbau versorgen können, dann ist eigentlich jeder Einzelne jeden Tag an der Ladenkasse gefragt.“
Größte Handelsplattform für selbst erzeugtes Obst und Gemüse
Im April 1988 wurde in Mutterstadt die aktuell größte Handelsplattform für selbst erzeugtes Obst und Gemüse offiziell eröffnet. Heute hat die Pfalzmarkt eG 1.400 Mitglieder und konzentriert – als Vertriebs-, Vermarktungs-, und Qualitätsgemeinschaft – die Kräfte seiner derzeit 90 aktiven Erzeuger. Den Pfalzmarkt in Mutterstadt verlassen täglich bis zu 250 Lkw mit insgesamt 8.000 Paletten voller Obst und Gemüse. Geliefert wird in alle Regionen Deutschlands und Europas. Ein wichtiger Erfolgsbaustein ist die intelligente Arbeitsteilung.
Die Pfalzmarkt-Erzeuger können sich vollständig auf die Obst- und Gemüseproduktion konzentrieren. Pfalzmarkt kümmert sich um die Qualitätssicherung, die komplette Frischelogistik und Lagerung, sowie den Verkauf und Vertrieb der erntefrischen Waren. Dies reduziert den organisatorischen, zeitlichen und finanziellen Aufwand und ermöglicht eine hohe Umschlagsgeschwindigkeit bei den Frischerzeugnissen.
