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Bauernproteste Widerstand bei EU-Agrarminister-Treffen

Lebensmittel Praxis | 01. September 2020
Bauernproteste: Widerstand bei EU-Agrarminister-Treffen
Bildquelle: Messe Berlin

Am Boden und in der Luft haben am Abschlusstag des Treffens der EU-Agrarminister in Koblenz Bauern und Umweltaktivisten demonstriert. Viele Landwirte fuhren am Dienstag sehr früh am Morgen mit ihren Traktoren in die Rhein-Mosel-Stadt, hupten und verlängerten mit ihrem Protest gegen die EU-Agrarpolitik die Staus des Berufsverkehrs, wie die Polizei mitteilte.

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Ihre Zahl lasse sich schwer schätzen, weil sie sich über die gesamte Innenstadt verteilt hätten. Am Tagungsort der dreitägigen informellen EU-Zusammenkunft, zu der Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU, im Bild auf der Grünen Woche Anfang des Jahres) geladen hatte, kam es zeitweise zum Dauerhupen von Traktoren. Hoch in der Luft schwebte ein Gleitschirmflieger von Greenpeace mit einem Banner: „Kein Geld für gestern.“ Die Umweltschutzorganisation forderte: „Statt riesiger Monokulturen muss die EU gezielt die Landwirtinnen und Landwirte fördern, die Böden und Wasser schützen und ihre Tiere artgerecht halten. Nur so können die europäischen Klimaziele erreicht werden.“ Auf einem Transparent der Demonstranten am Tagungsort stand: „Hallo Politiker. Ihr verramscht gerade unsere Landwirtschaft (...) Wir brauchen wieder fachliche-sachliche Entscheidungen für uns Bürger.“

Die rheinland-pfälzische Winzertochter Julia Klöckner dankte als Bundesagrarministerin vor den Beratungen am Dienstag in der Rhein-Mosel-Halle den Bauern für ihre „systemrelevante“ Arbeit. Sie würden oft ungerechtfertigt als Tierquäler und Umweltverschmutzer angefeindet. Dabei hätten sie sehr wohl die Natur im Blick. Es gelte, Ökonomie, Ökologie und «die soziale Frage» zusammenzubringen und 450 Millionen EU-Bürger zu ernähren: „Ein hungriger Magen findet keinen Frieden.“