EHI-Studie Handelsgastronomie knackt die 13-Milliarden-Marke

Die Gastronomie in Supermärkten, Möbelhäusern und Shopping-Centern wächst so stark wie nie. Laut einer EHI-Studie stieg der Umsatz 2025 um gut 7 Prozent auf 13,29 Milliarden Euro. Vor allem günstige Snacks und To-go-Angebote treiben das Geschäft.

Mittwoch, 09. September 2026, 09:57 Uhr
Theresa Kalmer
Handelsgastronomie boomt: To-go- und Snackangebote gewinnen im Handel weiter an Bedeutung. Bildquelle: Peter Eilers

Die Handelsgastronomie in Deutschland hat 2025 einen Rekordumsatz von 13,29 Milliarden Euro erzielt. Das entspricht einem Wachstum von 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie aus einer neuen Studie des Kölner EHI Retail Institute hervorgeht. Damit übertraf die Branche die eigene Prognose um 3 Prozentpunkte. Für 2026 rechnen die befragten Gastronomieverantwortlichen mit einem durchschnittlichen Umsatzplus von 4,3 Prozent.

Den größten Anteil am Umsatz der Handelsgastronomie hält laut der Studie der Lebensmitteleinzelhandel mit 62,7 Prozent. Auch gemessen an der Zahl der Standorte dominiert er die Branche: Mehr als drei Viertel der insgesamt über 29.000 Standorte entfallen den Angaben zufolge auf den Lebensmitteleinzelhandel. Auf den weiteren Plätzen folgen Shopping-Center mit einem Umsatzanteil von 18,6 Prozent, Tankstellen mit 9,5 Prozent, der Möbelhandel mit 3,8 Prozent sowie Baumärkte und Gartencenter mit 3,5 Prozent.

„Die Handelsgastronomie begegnet dem anhaltend schwierigen Konsumklima mit attraktiven Preis-Leistungs-Angeboten“, erklärte Paulina Ullrich, Leiterin des Forschungsbereichs Handelsgastronomie beim EHI, in der Mitteilung. Die Branche profitiere zudem von Preisvorteilen gegenüber dem übrigen Außer-Haus-Markt und spreche insbesondere ein älteres, ausgabefreudiges Publikum an.

EHI sieht Trading-Down-Effekt als Wachstumstreiber

Als Gründe für das Wachstum nennt das EHI unter anderem den sogenannten Trading-Down-Effekt: Verbraucher entscheiden sich demnach bewusst für günstigere gastronomische Angebote im Handel statt für die klassische Gastronomie. Hinzu kommen laut der Studie verlagerte Konsumanlässe, eine zunehmende Professionalisierung der Branche sowie ein ausgeweitetes Angebot im Bereich Snacks und To-go-Produkte. Dieses Segment macht nach Angaben des EHI bereits 17,5 Prozent des Umsatzes in der Handelsgastronomie aus.

Mit Blick auf die kommenden drei Jahre sehen die Befragten das größte Wachstumspotenzial bei schnellen und unkomplizierten Angeboten. 63 Prozent der Befragten nannten das To-go- und Snackgeschäft als wichtigsten Wachstumstreiber, gefolgt von Take-away und dem Mittagessen mit 51,9 Prozent. Für die Studie befragte das EHI von März bis Juni 2026 insgesamt 29 Entscheider und Gastronomieverantwortliche aus Handelsunternehmen und von Shopping-Center-Betreibern, die zusammen 6.084 Filialen repräsentieren.

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