Trotz gestiegener Eispreise müssen die Deutschen immer weniger für ein Stieleis arbeiten. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die Eispreise mit der Entwicklung der Nettolöhne vergleicht.
Ein Magnum kostet demnach heute 2,90 Euro – zur Jahrtausendwende waren es noch rund 1,30 Euro. Auch andere Klassiker wie Cornetto, Nogger, Capri und Domino liegen laut der Auswertung teils rund einen Euro über dem Preisniveau von 2000. Doch weil die Löhne im gleichen Zeitraum stärker gestiegen sind als die Preise, hat sich die Kaufkraft der Verbraucher verbessert. Der durchschnittliche Nettolohn je geleisteter Arbeitsstunde liegt den Angaben zufolge 2026 bei geschätzten 26,45 Euro – im Jahr 2000 waren es nur 12,55 Euro.
Gemessen in Arbeitszeit bleibt Magnum das teuerste Stieleis: Sechs Minuten und 35 Sekunden muss ein Durchschnittsverdiener dafür arbeiten. Im Vorjahr waren es noch sechs Minuten und 49 Sekunden. Für ein Domino fallen laut IW zwei Minuten und 57 Sekunden an – 43 Sekunden weniger als vor 26 Jahren. Einen Ausreißer gibt es beim Cornetto: Dessen Ladenpreis stieg von 2,00 auf 2,20 Euro, wodurch die nötige Arbeitszeit um 17 Sekunden auf vier Minuten und 59 Sekunden kletterte.

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung im Langzeitvergleich. Ein Nogger kostete 1969 noch neun Minuten und 34 Sekunden Arbeitszeit, heute sind es vier Minuten und 32 Sekunden. „Am Eis können wir im Kleinen ablesen, was für ein reiches Land Deutschland heute ist“, zitierte das IW den Ökonomen Christoph Schröder in der Mitteilung. Auch die Teuerungswellen der vergangenen Jahre hätten daran nichts geändert.
