Empfehlungen nutzen
Der Wettbewerb um Fachkräfte bleibt in Deutschland trotz Wirtschaftskrise groß. Übliche Recruiting-Instrumente wie Personalvermittlung, Karriere-Websites oder soziale Netzwerke reichen häufig nicht aus, um offene Stellen zu besetzen. Eine mögliche Lösung bieten Programme nach dem Prinzip „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“. Hier können Mitarbeiter potenzielle neue Kollegen empfehlen und dafür eine Belohnung erhalten.
Da Kaufleute je nach Region und Beruf nicht jede Stelle gleich leicht besetzen können, sollten Kaufleute das Programm vor allem auf Positionen konzentrieren, für die sie besonders schwer Mitarbeiter finden. Grundsätzlich können alle Mitarbeiter Bewerber für unterschiedliche Positionen vorschlagen. Die Regelung kann jedoch vorsehen, dass ehemalige Mitarbeiter nicht teilnehmen dürfen.
Prämien gezielt einsetzen
Erfolgreiche Empfehlungen können Händler mit einer Geld- oder Sachprämie honorieren. Händler können etwa Tank-, Restaurant-, Einkaufs- oder Reisegutscheine, Zusatzurlaub oder Fortbildungen anbieten. Kaufleute können die Prämie auch aufteilen: Zum Beispiel zahlen sie 50 Prozent nach Bewerbungseingang und die restlichen 50 Prozent nach bestandener Probezeit. Je nach Beruf und Position können die Prämien zwischen 500 und 5.000 Euro liegen.
Steuerlich zählt die Prämie als Vergütung. Daher müssen Arbeitgeber die Einkommensteuer und Sozialversicherungsbeiträge abführen.
Bei dem Programm verfolgen beide Seiten unterschiedliche Interessen: Der Arbeitnehmer möchte die Belohnung möglichst schnell erhalten. Der Arbeitgeber möchte die Stelle möglichst dauerhaft besetzen. Deshalb sollten Kaufleute in der Regelung genau festlegen, wann der Mitarbeiter die Werbeprämie bekommt – etwa bei Bewerbungseingang, Vertragsabschluss, tatsächlichem Arbeitsbeginn oder nach bestandener Probezeit.
Regeln schriftlich festlegen
Kaufleute sollten die Voraussetzungen, Fristen und Auszahlungstermine von Anfang an schriftlich festhalten und das Programm zum Beispiel im Intranet bereitstellen. Außerdem sollten Kaufleute klar regeln, wer die Empfehlung meldet und wie: Der Mitarbeiter sollte seine Empfehlung möglichst sofort melden, spätestens mit Eingang der Bewerbung, und zwar schriftlich. Er nennt den Namen des Bewerbers sowie seinen eigenen Namen, seine Abteilung und Adresse. So lässt sich die Empfehlung eindeutig zuordnen und eine doppelte Prämienzahlung vermeiden.
Fazit: Ein Programm „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“ spart nicht nur Zeit und Kosten, sondern es kann auch langfristige Arbeitsverhältnisse fördern. Klare Regeln motivieren die Beschäftigten und verhindern zugleich Streitigkeiten.
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