Die Stimmung in Deutschlands kleinen und mittleren Unternehmen hat sich im Juli verbessert. Der Geschäftsklimaindex für diese Unternehmen stieg um vier Zähler auf minus 17,3 Punkte, wie die Förderbank KfW mitteilte. Treiber waren vor allem bessere Geschäftserwartungen und eine positive Entwicklung der Lageurteile. Allerdings liegt das Geschäftsklima noch immer weit unter dem langfristigen Durchschnitt.
Die Verbesserung zieht sich durch alle Wirtschaftsbereiche. Besonders stark verbesserte sich die Lage im Verarbeitenden Gewerbe: Das Geschäftsklima stieg dort um 9,7 Zähler. Auch Einzelhandel und Großhandel verzeichnen mit einem Plus von 8,8 beziehungsweise 7,6 Zählern einen bemerkenswert starken Stimmungsschub. Moderater fiel der Anstieg im Bauhauptgewerbe sowie im Dienstleistungssegment aus. Die Beschäftigungserwartungen der mittelständischen Unternehmen stiegen um 4,1 Zähler auf minus 7,4 Punkte.
Bei den Großunternehmen zeigte sich dagegen kaum eine Veränderung: Das Geschäftsklima sank leicht um 0,1 Zähler. Während die Erwartungen zulegten, bewegten sich die Lageurteile in die entgegengesetzte Richtung. Insgesamt bleibt der Abstand zum Niveau des Mittelstands gering.
KfW sieht Reformprogramm als Stimmungsaufheller
Die Absatzpreiserwartungen nahmen im Juli erneut ab: im Mittelstand um 1,8 Zähler und bei Großunternehmen um 6,6 Zähler. Damit liegen die Preiserwartungen nach dem dritten Rückgang in Folge nicht mehr deutlich über dem Niveau vor dem Iran-Krieg. Die Juli-Ergebnisse dürften laut KfW vor allem durch das Reformprogramm der Regierungskoalition mit Bürokratieentlastung sowie der zeitweisen Entspannung im Iran-Krieg geprägt sein.
„Der Mittelstand blickt wieder nach vorn. Wahrscheinlich hat sich die Stimmung auch durch das noch vor der Sommerpause auf den Weg gebrachte Reformprogramm verbessert, mit dem die Regierungskoalition ihre Kompromissfähigkeit unter Beweis gestellt hat und insbesondere beim Thema Bürokratie auch eine erhebliche Entlastung verspricht“, zitierte die KfW den Konjunkturexperten Philipp Scheuermeyer in der Mitteilung. „Insgesamt bleibt das Umfeld jedoch fragil: Bei einer anhaltend stockenden Ausfuhr aus der Golfregion ist das Rückschlagrisiko weiterhin groß, selbst wenn die Konjunkturdaten bisher stabil sind.“
