Der Verbrauch von Teigwaren in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Im Wirtschaftsjahr 2024/25 aßen die Deutschen pro Kopf 10,1 Kilogramm Nudeln. Dies teilte der Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS) mit. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Verbrauch um 0,6 Kilogramm. Vor zehn Jahren lag er noch 2,5 Kilogramm niedriger.
VGMS-Geschäftsführer kritisiert Einzelhandel
Deutsche Hersteller produzierten 1,6 Prozent mehr Teigwaren als im Vorjahr. Trotzdem decken hauptsächlich Importe den wachsenden Inlandsmarkt. Nur 28 Prozent der in Deutschland verzehrten Nudeln stammen aus heimischer Produktion, wie der VGMS berichtet. Die Einfuhren stiegen um 10,3 Prozent auf fast 607.500 Tonnen. Italienische Nudeln machen mit gut 450.000 Tonnen den größten Teil aus.
VGMS-Geschäftsführer Peter Haarbeck kritisiert diese Entwicklung: „Es gibt eine gut funktionierende heimische Wertschöpfungskette, Landwirte die hervorragenden Hartweizen ernten und Teigwarenhersteller die Nudeln in bester Qualität liefern. Da ist es unverständlich, dass 72 Prozent der Nudeln importiert werden.“ Haarbeck wünscht sich mehr inländische Produkte in den Regalen. Diese müssten prominent platziert werden. Nur dann hätten Kunden die Chance, Neues auszuprobieren und den Schritt zu mehr Regionalität zu unterstützen.
Absatz von Eierteigwaren stagniert
Der heimische Hartweizenanbau entwickelt sich positiv. Die Ernte stieg um fast 20 Prozent auf 337.000 Tonnen. Sie liegt damit 57,1 Prozent über dem Fünfjahresmittel.
Die Produktion von Trockenteigwaren ohne Ei legte um 6,1 Prozent zu. Der Absatz von Eierteigwaren stagniert bei 134.500 Tonnen. Haarbeck betont die Vorteile dieser Produkte: „Sie sind kochstabil, verkleben nicht und bieten mit über 13 bis 16 Gramm Protein pro 100 Gramm einen ernährungsphysiologischen Zusatznutzen, gerade auch für die vegetarische Ernährung.“ Deutsche Eiernudeln entstehen laut Haarbeck verpflichtend mit Eiern ohne Kükentöten. Dies stehe für höchste Standards.
