Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) in Österreich hat eine zweite Anklage gegen René Benko erhoben. Dem früheren Milliardär und Gründer der insolventen Immobilien- und Handelsgruppe Signa wirft die Behörde vor, er habe Vermögenswerte von fast 370.000 Euro vor Gläubigern versteckt. Der erste Prozess beginnt am 14. Oktober in Innsbruck. Bei einer Verurteilung drohen Benko bis zu zehn Jahre Haft.
Erster Prozess beginnt am 14. Oktober
Die Anklage, die noch nicht rechtskräftig ist, beschuldigt Benko, elf teure Uhren sowie Manschettenknöpfe und Uhrenarmbänder im Wert von fast 250.000 Euro und 120.000 Euro Bargeld in einem Tresor im Haus von Angehörigen verborgen zu haben. Der Vorwurf lautet auf betrügerische Krida, was dem Bankrott im deutschen Strafrecht ähnelt.
Es handelt sich um die zweite Anklage gegen den 48-jährigen Österreicher. Die erste Anklage vom Juli wirft Benko vor, er habe Angehörigen trotz einer absehbaren Konkurseröffnung noch 300.000 Euro geschenkt. Der erste Prozess beginnt am 14. Oktober in Innsbruck. Bei einer Verurteilung drohen Benko bis zu zehn Jahre Haft.
Signa-Gruppe Gegenstand zahlreicher Ermittlungen
Die österreichische Justiz führt etwa ein Dutzend Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit der gescheiterten Signa-Gruppe. Zu dem Firmennetzwerk gehören unter anderem der Elbtower in Hamburg, die Galeria-Warenhausgruppe und das Kaufhaus des Westens in Berlin. Es brach nach Angaben der Staatsanwaltschaft wegen interner Probleme und steigender Kosten zusammen.
Benkos Anwalt hat sich zur neuen Anklage bisher nicht geäußert. In der Vergangenheit wies er Anschuldigungen gegen seinen Mandanten stets zurück.
