Aufstockung und Umwidmung Bundesbauministerin fordert Wohnungen über Supermärkten

Handelsketten wie Lidl und Aldi sollen Wohnungen über ihren Filialen errichten. Dazu will Bundesbauministerin Verena Hubertz die Unternehmen bewegen. Eine Studie beziffert das Potenzial für neue Wohnungen durch Aufstockung und Umwidmung auf 1,2 Millionen.

Freitag, 18. Juli 2025, 09:26 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Gebäude von Supermärkten und Discountern haben häufig nur eine Etage und belegen samt Parkplatz viel knappes Bauland in den Städten. Bildquelle: Getty Images

Bundesbauministerin Verena Hubertz will Supermärkte und Discounter dazu bewegen, dass sie Wohnungen über ihren Filialen bauen. Die SPD-Politikerin appellierte an Handelsketten wie Lidl und Aldi, ihre Dächer für Wohnraum zu nutzen. Das sagte sie in dem Podcast „Politico Berlin Playbook“. 

Zusätzliche Einnahmequelle für Händler

Hintergrund: Die Handelsketten belegen mit ihren meist eingeschossigen Märkten und den dazugehörigen Parkplätzen große Flächen in den Städten. Dort herrscht oft Mangel an Bauland für neue Wohnungen.

Die Ministerin sieht in der Vermietung von Wohnungen über den Märkten eine zusätzliche Einnahmequelle für die Handelsunternehmen. „Man kann auch cross-sellen - dafür kriegt Lidl Miete“, zitierte der Podcast die Ministerin. Hubertz will zudem ungenutzten Gewerbeimmobilien in Wohnraum umwandeln und Reihenhäuser in Berlin aufstocken lassen.

Studie aus 2019 sieht Potenzial für 1,2 Millionen Wohnungen

Eine Untersuchung des Pestel-Instituts aus Hannover hatte bereits 2019 das Potenzial für mehr als 1,2 Millionen neue Wohnungen durch Aufstockung, Umwidmung leerstehender Gebäude und Überbauung von Parkplätzen ermittelt. Architekten weisen allerdings darauf hin, dass viele eingeschossige Supermärkte für eine Aufstockung nicht geeignet sind. In diesen Fällen wären Neubauten erforderlich.

 

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