Energiekosten Gaspreis auf niedrigstem Stand seit Juli

Der Preis für europäisches Erdgas ist am Montag auf den tiefsten Stand seit mehr als einem halben Jahr gefallen. Der Preisschock auf dem Gasmarkt ist vorbei und auch Konflikte wie im Roten Meer sorgen vorerst nicht für einen Preisanstieg. Ausschlaggebend sind vor allem zwei Gründe.

Montag, 12. Februar 2024 - Handel
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Der richtungweisende Terminkontrakt TTF zur Auslieferung in einem Monat an der Börse in Amsterdam rutschte unter 26 Euro je Megawattstunde. Am Morgen kostete der Kontrakt 25,82 Euro und war damit so günstig wie seit Juli nicht mehr.

Der Krieg im Nahen Osten hatte den Preis im Oktober über 50 Euro steigen lassen. Im November setzte dann eine Trendwende ein. Seit Jahresbeginn hat sich der Rohstoff um rund 20 Prozent verbilligt. Am Markt wird der Rückgang unter anderem mit der eher schwachen Konjunktur in der EU begründet. Diese bremse die Gasnachfrage auch in Deutschland.

Nach jüngsten Angaben der Bundesnetzagentur vom Januar sparte Deutschland Ende 2023 viel Gas. Demnach lag der Gasverbrauch in den Monaten Oktober bis Dezember in der Industrie 16 Prozent unter dem durchschnittlichen Verbrauch der Jahre 2018 bis 2021. Der Verbrauch von Haushalten und Gewerbetreibenden war 16,7 Prozent niedriger. Die Netzagentur verweist auf die Temperaturen: Diese hätten 2023 über dem Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2022 gelegen, was einen großen Einfluss auf den Verbrauch gehabt habe.

Der Gesamtfüllstand der Erdgasspeicher in Deutschland ist zwar seit Jahresbeginn kontinuierlich gesunken, für die Jahreszeit ist er aber immer noch vergleichsweise hoch. Am Samstag lag der Gesamtfüllstand nach Angaben des europäischen Gasspeicherverbandes GIE bei 72,59 Prozent.

Auch die Angriffe der Huthi-Rebellen auf Schiffe im Roten Meer konnten dem Gaspreis zuletzt keinen größeren Auftrieb geben. Rohstoffexperten gehen davon aus, dass die Versorgung in Europa hiervon nicht beeinträchtigt wird.

Das Preisniveau liegt zudem deutlich unter den Höchstständen, die im Zuge des russischen Krieges gegen die Ukraine erreicht worden waren. Im Laufe des Jahres 2022 wurden zeitweise mehr als 300 Euro je Megawattstunde fällig, nachdem Russland seine Gaslieferungen nach Europa stark gedrosselt hatte.

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