Umweltpolitik Scholz will Kreislaufwirtschaft voranbringen

Probleme bei Lieferketten, globale Krisen – die Bundesregierung will die Folgen dieser Unsicherheiten für den Industriestandort Deutschland minimieren. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) strebt deshalb eine führende Rolle Deutschlands bei der Kreislaufwirtschaft an.

Mittwoch, 24. Januar 2024, 09:58 Uhr
Lebensmittel Praxis
Bildquelle: Alpla Group

„Unser Ziel ist es, globaler Vorreiter für zirkuläre Technologien und Produkte zu werden“, sagte Scholz anlässlich eines Treffens der Allianz für Transformation am Dienstag in Berlin. Es war das vierte Treffen der Bundesregierung mit Spitzen aus Wirtschaft, Gewerkschaften, Verbänden, der Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

„Da geht es längst nicht mehr nur um Mülltrennung oder Dosenpfand“, sagte Scholz. „Die Kreislaufwirtschaft bietet die Chance, weniger vom Import wichtiger Rohstoffe abhängig zu werden, indem wir mehr wiederverwenden.“ Der russische Überfall auf die Ukraine sowie die aktuelle Krise im Nahen Osten zeigten eindringlich, welche Folgen solche Krisen auf Energiepreise, Versorgungssicherheit und die Weltwirtschaft hätten. „Das Potenzial der Kreislaufwirtschaft ist enorm“, hielt Scholz dem entgegen. „Laut Studien ließen sich mit einer Kreislaufwirtschaft bis 2030 jährlich rund 12 Milliarden Euro zusätzliche Bruttowertschöpfung erzielen und neue Arbeitsplätze schaffen.“

Auch Umweltministerin Steffi Lemke sieht im zirkulären Wirtschaften großes Potenzial. „In Zeiten knapper Ressourcen, gestörter Lieferketten und hoher Rohstoffpreise müssen wir die Wirtschaft so ausrichten, dass Rohstoffe so lange wie möglich wiederverwendet werden“, teilte die Grünen-Politikerin mit. Das stärke Unternehmen im internationalen Wettbewerb.

DGB-Chefin Yasmin Fahimi sagte, Kreislaufwirtschaft sei wichtig für den Umweltschutz, aber auch, weil kritische Rohstoffe nicht beliebig verfügbar seien. Kosten- und Lieferketten-Risiken könnten reduziert werden. „Wir brauchen auch in diesen Fragen noch mehr Dynamik, noch mehr Förderung und Unterstützung und eine Senkung der Energiepreise, damit das insgesamt tatsächlich als Verbundstandort auch gelingen kann“, sagte die DGB-Chefin zugleich.

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