Amazon Händler sind unzufrieden

Dreiviertel der Händler sehen in Amazon keinen Partner: Der Bundesverband Onlinehandel (BVOH) hat gewerbliche Händler zu deren Beziehung und Zusammenarbeit mit Amazon befragt.Demnach sehen 78 Prozent der Händler sehen eine schwierige bis keine Partnerschaft.

Mittwoch, 21. April 2021 - Handel
Lebensmittel Praxis
Artikelbild Händler sind unzufrieden
Bildquelle: Amazon

Maximal 5 Prozent der Händler erhalten eine zufriedenstellende Unterstützung durch den Händlersupport. Die Händler geben gleichzeitig an, durchschnittlich 51,2 Prozent des Unternehmensumsatzes durch Amazon zu erwirtschaften, wodurch die Abhängigkeit der Händler vom Geschäft auf Amazon deutlich wird. Bei Händlern, die mehr als fünf Jahre auf Amazon verkaufen steigt diese Abhängigkeit auf 55 Prozent.

Die Ergebnisse zeigten deutlich, so der BVOh, wie schwierig es ist, über Amazon erfolgreich zu verkaufen:

  • Um die sogenannte Buy Box zu erhalten, geben die Händler an, dass der Verkaufspreis 22,3 Prozent günstiger sein muss als das vergleichbare Angebot vom Händler Amazon.
  • 44 Prozent der Händler geben an, dass sie am Verkauf eines Markenproduktes gehindert werden, wobei 78 Prozent der Händler sagen, dass Amazon diese Verkaufsbeschränkung ausspricht.
  • 80 Prozent der Händler haben auf Amazon schon Erfahrung mit Artikellöschungen gemacht und fast immer, wenn es um den Vorwurf des Verkaufs von Testern, Proben, gebrauchten Artikeln anstatt Neuware oder sogar Fake-Produkten geht, war dieser Vorwurf unberechtigt.

Oliver Prothmann, Präsident des Bundesverband Onlinehandel meint dazu: „Die Händler, mit ihren durchschnittlich elf Mitarbeitern, haben ihre betriebliche Planung darauf ausgerichtet, dass die eingekauften Waren über Amazon verkauft werden. Wenn Amazon nun durch Artikellöschung, falscher Preisfehler-Sperrung, Vertriebsbeschränkung, Geldeinbehalt bis hin zu Kontosperrung den Verkauf unterbindet, muss es wenigstens möglich sein, von Amazon einen eindeutigen Grund zu erfahren und mit einem Mitarbeiter bei Amazon eine Lösung zu finden.“

Aus Sicht des BVOH sei der Umgang seitens Amazons mit sogenannten Preisfehlern ein sehr problematisches Vorgehen. Mehr als zwei Drittel der Händler geben an, dass Amazon nicht näher bekannte Algorithmen nutzt, um den Verkaufspreis vorzugeben. Mit sogenannten Niedrigpreis- bzw. Hochpreisfehlern drängt Amazon den Händler dazu, einen bestimmten Preis für das Angebot anzugeben.

Über 1.600 Personen haben an der umfangreichen Umfrage "111 Fragen zu Amazon" teilgenommen. Der Report umfasst Erkenntnisse aus über 20 Themen- und Servicefeldern beim gewerblichen Verkaufen auf Amazon. Erstmals gibt es Zahlen zu der Zusammenarbeit mit Amazon sowie der Nutzung von diversen Services wie Buy Box, FBA (Fulfilment by Amazon), Prime durch Verkäufer (SFP), Amazon Pay und Händlersupport. Auch Maßnahmen wie Abmahnungen, Artikellöschungen, Paper-of-Action (POA), Geldeinbehalt und Kontosperrungen werden ausgiebig analysiert. Das Beratungsunternehmen p.digital gmbh wurde mit der Durchführung und Auswertung beauftragt.

 

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