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Galeria Karstadt Kaufhof 62 Filialen sollen schließen

Lebensmittel Praxis | 19. Juni 2020
Galeria Karstadt Kaufhof: 62 Filialen sollen schließen

Der letzte große deutsche Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof will 62 seiner 172 Filialen schließen. Zuvor war mit bis zu 80 Filialen gerechnet worden. Welche Häuser betroffen sind, blieb zunächst noch offen.

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Die Zahl der Filialschließungen fällt damit zumindest etwas geringer aus als zunächst befürchtet. Ursprünglich hatte die Geschäftsführung sogar signalisiert, dass im Zuge der Sanierung des ums Überleben kämpfenden Unternehmens bis zu 80 Filialen geschlossen werden könnten.

Der Handelsriese war durch die pandemiebedingte Schließung aller Filialen in eine schwere Krise geraten und hatte Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. „Wir gehen von einer Milliarde Umsatzverlust in diesem Jahr aus und rechnen auch nicht damit, dass die Kunden im kommenden Jahr wieder so einkaufen werden wie vor Corona. Das heißt, bis Ende 2022 könnten die Umsatzeinbußen sogar auf insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro steigen“, beschrieb der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz im Mai die Probleme des Konzerns.

Nach Informationen von dpa und Kölner Stadt-Anzeigers dürften rund 6.000 der 28. 000 Mitarbeiter ihren Job verlieren. Auch in vielen der von den Schließungen betroffenen Kommunen dürfte Alarmstimmung herrschen. Norbert Portz vom Deutschen Städte- und Gemeindebund warnte schon bei Bekanntwerden der ersten Schließungspläne im Mai vor der Gefahr einer Verödung vieler Innenstädte.

Nach viertägigen Verhandlungen hat Verdi dennoch einen Tarifabschluss für Galeria Karstadt Kaufhof erreicht. Den vom Unternehmen geplanten Personalabbau von zehn Prozent auf der Fläche in den verbleibenden Filialen konnten ver.di und der Gesamtbetriebsrat gemeinsam verhindern. Dies sei ein wichtiger Erfolg für die Beschäftigten in den Warenhäusern, hieß es. Für Abfindungen bei Entlassungen finden die von den Betriebsräten ausgehandelten Sozialpläne Anwendung. Die von Filialschließungen Betroffenen werden auf ihren Wunsch für mindestens sechs Monate in eine Transfergesellschaft zur Beschäftigung und Qualifizierung überführt, in die sich der Gesellschafter einbringt.

Die von ver.di immer wieder aufgestellte Forderung zur Beteiligung der Beschäftigten bei der Zukunftsgestaltung der Warenhäuser und Maßnahmen zu guter Arbeit wurde in einem neuen Tarifvertrag „Gute und gesunde Arbeit / Beteiligung Zukunftskonzept“ vereinbart.