Anzeige

Oxfam-Studie Schlechte Noten für deutsche Händler

Lebensmittel Praxis | 21. Juni 2018
Oxfam-Studie: Schlechte Noten für deutsche Händler

Bildquelle: Sean Hawkey 2016

Eine Studie von Oxfam soll zeigen, dass deutsche Supermärkte zu wenig tun, um Menschenrechte in ihren Lieferketten zu schützen. Besonders im internationalen Vergleich stünden Aldi, Lidl, Edeka und Rewe nicht gut da.

Anzeige

In einer neuen Studie analysiert die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam systematisch die Geschäftspolitik von Supermärkten in ihren Lieferketten. Anhand von zwölf Produkten zeigt die Studie beispielsweise, dass die Durchschnittseinkommen von Kleinbäuerinnen und -bauern sowie Arbeiter/innen unter dem Existenzminimum liegen, während Supermarktketten immer mehr vom Verkaufserlös behalten.

Für den Supermarkt-Check hat Oxfam öffentlich zugängliche Informationen von 16 der größten und am schnellsten wachsenden Supermärkte in Deutschland, den Niederlanden, den USA und Großbritannien ausgewertet und mit internationalen Standards zum Schutz der Menschenrechte abgeglichen.

Das Ergebnis sei katastrophal: Während Supermärkte aus Großbritannien und den USA teilweise zweistellige Bewertungen erhielten, erreichen die deutschen „Big Four“ (Aldi, Edeka, Lidl und Rewe) in jeder Kategorie nur null bis acht Prozent der Gesamtpunktzahl. Bei speziellen Schutzmaßnahmen für Frauen sind alle deutschen Ketten durchgefallen, beim Schutz von Arbeiter/innenrechten lag die höchste Bewertung bei zwei Prozent. „Der Supermarkt-Check zeigt, dass Menschenrechte in der Geschäftspolitik der deutschen Supermärkte aktuell nur eine Fußnote sind“, sagt Barbara Sennholz-Weinhardt, Oxfam-Expertin für Wirtschaft und Globalisierung.

Anhand von zwölf Produkten wie Kaffee, Garnelen oder Bananen, könne man sehen, dass der Anteil, den Supermärkte am Verkaufspreis erhalten, beständig steigt. Die Durchschnittslöhne für Arbeiter/innen liegen bei diesen zwölf Beispielprodukten aber unter dem Existenzminimum. Die Untersuchung zeige aber auch, dass Ungleichheit und Ausbeutung im Lebensmittelsektor gestoppt werden können. So ist etwa der Anteil, den Supermarktketten am Verkaufspreis einer Banane aus Ecuador bekommen, zwischen 2011 und 2015 enorm gestiegen. Allein aus diesem Anstieg könnte das Sechsfache des Betrags gezahlt werden, der Arbeiter/innen fehlt, um den Lebensunterhalt ihrer Familie bestreiten zu können.

Studie und Supermarkt-Check sind der Auftakt der weltweiten Oxfam-Kampagne „Fairness Eintüten“ (Englisch: „Behind the Barcodes“).