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Internationaler Handel Online-Shopping entscheidend

Lebensmittel Praxis | 12. Juni 2017
Internationaler Handel: Online-Shopping entscheidend

Bildquelle: Metro Group

Indien, China, Malaysia: Sie sind die drei wichtigsten Schwellenländer für internationale Investitionen des Einzelhandels. Der Global Retail Development Index der Berater von A.T. Kearney zeigt aber auch, dass das Thema Online-Shopping für internationale Handelsketten, die in Schwellenländern agieren, immer wichtiger wird.

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„Geopolitische Instabilität und wachsende Marktmacht der regionalen Wettbewerber in Schwellenmärkten zwingen globale Einzelhandelsunternehmen ihre Expansionsstrategien in die wachsenden Märkte zu überdenken", warnt Mirko Warschun, Leiter des Beratungsbereichs Konsumgüterindustrie und Handel in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika bei der Unternehmensberatung A. T. Kearney.

Der Index basiert auf 25 makroökonomischen und einzelhandelsspezifischen Variablen und erlaubt laut A. T. Kearney nicht nur Aussagen über die gegenwärtige Attraktivität der Schwellenmärkte für den Einzelhandel, sondern auch über deren Potenzial für die Zukunft.

In diesem Jahr führt Indien das Ranking an - gefolgt von China und Malaysia. Metro Cash & Carry hat Indien bereits 2003 zu seinem Top-Wachstumsmarkt erklärt und plant seine Expansion in das bevölkerungsmäßig zweitgrößte Land der Welt weiter zu intensivieren: So will Metro Cash & Carry bis 2020 landesweit mit 50 Großmärkten vertreten sein. Um den regionalen Besonderheiten gerecht zu werden, schickt Metro Cash & Carry in einer weltweit einzigartigen Vertriebsinitiative, so die Studie,  Verkäufer direkt in die Kirana Shops (für Indien typische Tante-Emma-Läden, die einen Großteil des landesweiten Einzelhandelsumsatzes ausmachen), um vor Ort Bestellungen für den Lieferservice aufzunehmen. Auch sind kleinere Storeformate geplant.


Aufgrund zunehmender geopolitischer Unsicherheiten und nationalistischer Tendenzen wie dem Brexit oder der „America First"-Politik Donald Trumps haben im vergangenen Jahr allerdings weniger Einzelhändler als zuvor neue Märkte betreten oder ihre Expansion in den Schwellenländern vorangetrieben.

In vielen Emerging Markets ist der mobile Einzelhandel zur wichtigsten Form des Online-Shoppings avanciert: „Das zwingt die Einzelhändler, ihre globalen Expansionsvorhaben und ihre Rolle in der Wertschöpfungskette zu überdenken", macht Warschun deutlich.

 Deutsche Unternehmen verfolgten bereits jetzt verstärkt eine „Online First"-Strategie: „Händler nutzen bei der Expansion bestehende Online-Plattformen, um ihr Sortiment vor Ort bekannt zu machen. Erst im nächsten Schritt überlegen sie, ob sie sich in den stationären Handel investieren", so Warschun. Aldi und Lidl etwa starteten ihr Online-Geschäft in China über die Alibaba-Plattform Tmall Global. Auch dm und Rossmann bereiten mit „Cross-Border-E-Commerce" ihren Eintritt in schwer zu erreichende Märkte mit lokalen Experten vor und sichern damit ihre Lieferkette ab.